Regionalität ist heute ein unschätzbarer Faktor im Marketing. Regionale Produkte gibt es in jedem Supermarkt – doch die Definition von „Regional“ ist dabei mitunter dehnbar. Sind Produkte aus Baden-Württemberg noch regional? Oder gar aus Deutschland – im Vergleich zur berühmten spanischen Tomate? Heiner Beck, Inhaber der Bäckerei Beckabeck mit inzwischen mehr als 200 Mitarbeitern und 15 Standorten, braucht in Sachen Regionalität keinen Vergleich scheuen. Denn der Bäckermeister aus Böhringen spricht nicht nur von Regionalität, sondern kann bei den Landwirten auf der Schwäbischen Alb unmittelbar vor seiner Haustür zusehen, wie die Rohstoffe für seine Weckle und Brote gehegt und geerntet werden.

Neuhausen

In diesen Tagen konnten gleich zwei wichtige Zutaten mit dem Mähdrescher eingefahren werden: Kümmel und Leinsamen. Letztere werden für Beck von drei Landwirten aus der Region angebaut. Am Mittwoch schaute der Bäckermeister zusammen mit Mitarbeitern und Familienangehörigen bei der Ernte auf den Feldern von Traugott Götz oberhalb von Zainingen zu. Auf fünf Hektar hat der Landwirt den Leinsamen angebaut, nun wiegen sich die trockenen Pflanzen im Wind. Werden sie geschüttelt, machen sich die Leinsamen wie in einer Rassel bemerkbar.

Ernten mit dem Mähdrescher

Auch wenn das Abernten des Feldes mit dem modernen Mähdrescher nur wenige Minuten dauert, ist die Arbeit für die Landwirte damit noch nicht getan. „Der Leinsamen muss jetzt noch vollends getrocknet und dabei belüftet werden“, erklärt Landwirt Götz. Erst später wird er also in Säcken abgefüllt.

Landwirte: Vertrag per Handschlag

Mit den Landwirten, die seine Bäckerei beliefern, hat Beck zumeist „per Handschlag“ die Geschäfte abgemacht. „Wenn ein Landwirt aus der Region eine Philosophie hat und bereit ist hart für eine gute Qualität zu arbeiten, dann werden wir uns einig“, sagt Beck. „Und so halten wir die ganze Wertschöpfung in der Region.“ Beim Kümmel und beim Leinsamen klappt das schon gut, inzwischen bemüht sich der Bäckermeister zusammen mit den Landwirten auch um den Mohnanbau. „Da läuft es noch nicht ganz rund, aber 70 Kilogramm konnten wir schon abnehmen“, sagt Beck, der auch schon mit einer Kopplung des Eierpreises an den Brezelpreis für Schlagzeilen sorgte.

Guter Ertrag beim Roggen

Mit der diesjährigen Ernte ist Traugott Götz auch insgesamt zufrieden. „Gerade im Bio-Bereich war die Ernte bei allen Getreidesorten richtig gut“, freut sich der Zaininger Landwirt. Auch der Roggen habe mehr abgeworfen als im vergangenen Jahr, freut sich Götz und sagt: „Wir können zufrieden sein.“
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