Der Metzinger Gemeinderat hat in seiner gestrigen Sitzung am 24. September grünes Licht gegeben: Die Verwaltung wurde ermächtigt, mit der Evangelischen Kirchengemeinde einen Tauschvertrag abzuschließen. Schon vor der Sommerpause hatte am 22. Juli der Gesamtkirchengemeinderat der Evangelische Kirchengemeinde getagt und den Tausch befürwortet, den Pfarrer Albrecht Schäfer und Andreas Bahnmüller, der Erste Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderates, mit Vertretern der Stadt Metzingen verhandelt haben.
Die Evangelische Kirchengemeinde veräußert im Rahmen des Tauschvertrages die Grundstücksflächen des Ferientagheimes samt beiden Gebäuden an die Stadt. Im Gegenzug kauft sie dafür auf der gegenüberliegenden Straßenseite entsprechende Grundstücksflächen von der Stadt, um darauf ein neues Ferientagheim zu bauen.

Freie Planung für künftiges Bad

„Es ist eine Win-win-Situation für die Evangelische Kirchengemeinde, den CVJM und für die Stadt Metzingen“ sagen sowohl Pfarrer Schäfer und Andreas Bahnmüller als auch Oberbürgermeister Dr. Fiedler und Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh. „Auf Grund der baulichen Substanz des Ziegelbaus war schon längere Zeit klar, dass wir da investieren müssen. Jetzt müssen wir die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und können quasi nebenan einen kompletten, zeitgemäßen Neuaufwurf machen“ so Andreas Bahnmüller. „Für die Stadt ermöglicht dieser Tausch eine noch freiere Planung für ein zukünftiges Bad“, sagt Oberbürgermeister Fiedler. Und Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh ergänzt, dass sich Gemeinderat und Verwaltung sehr darüber freuen, mit dieser Entscheidung der Evangelischen Kirche Planungssicherheit für das Ferientagheim zu geben. „Das Ferientagheim ist eine sehr wertvolle Einrichtung in Metzingen und habe einen sehr hohen Stellenwert in der gesamten Bürgerschaft.“
Pfarrer Schäfer und Andreas Bahnmüller wissen um diesen durchaus auch emotionalen Stellenwert. „Wir freuen uns sehr, dass wir in den letzten Monaten durch gute Gespräche zwischen allen Beteiligten nun eine Lösung gefunden haben, das Ferientagheim nur auf die andere Seite der Straße zu verlegen.“ Besonders hilfreich dabei sei gewesen, dass die Stadt signalisiert habe, jede Entscheidung der Evangelischen Kirche zu unterstützen.

Kombibad auf dem Bongertwasen

Schon seit dem Hagelschaden 2013 hätten sie sich intensiv mit der Frage beschäftigt, was wohl die was wohl die beste Lösung ist: Sanieren, Neubauen, Umbauen oder aus zwei Gebäuden eines machen? „Das hat uns viel Kopfzerbrechen bereitet, sagt Andreas Bahnmüller. Schließlich wollten wir eine zeitgemäße und dauerhafte Lösung auf den Weg bringen. „Die Entscheidung ein Kombibad auf dem Bongertwasen zu bauen, hat diese Überlegungen nochmal forciert, aber auch befruchtet.“ Es sei dann der Gedanke entstanden, dass man auch nicht an Ort und Stelle bauen müsse und dadurch den Vorteil habe, die alten Gebäude noch nutzen zu können bis ein Neubau des Ferientagheims stehe. „Unsere Gedanken sind ähnliche gewesen, wie bei der Entscheidung zu den Bädern: Aus zwei mach eins an einem neuen Standort.“
Für ein zukünftiges Kombibad bedeutet diese Entscheidung, dass man noch freier planen könne, sagt Oberbürgermeister Fiedler. „Das ist freilich ein Vorteil, aber für den Bau des Kombibades ist der Grundstückstausch nicht zwingend gewesen.“

Bäderexperten am Zug

Ohne Corona wäre man nach dem Projektplan für den Bau des Kombibades aktuell in der Ausschreibung, habe sie aber nun zurückgehalten bis der Gemeinderat im Januar über den Nachtragshaushalt entscheidet. Dann könne man auch über den weiteren zeitlichen Ablauf des Projektes entscheiden. Bis hierher seien zwar schon Riesenschritte in Richtung Kombibad gemacht worden. Zunächst die Standortentscheidung mit den Bürgerinnen und Bürgern, dann die Konkretisierung in öffentlichen Planungswerkstätten – ebenfalls mit Bürgerinnen und Bürgern und zwischenzeitlich die Ausarbeitung der Ausschreibungsunterlagen mit Bäderexperten.  Aber: „Wir wollen die Entwicklung der Corona-Pandemie und der Auswirkungen abwarten, um einen verantwortungsvollen Zeitpunkt für den Baubeginn zu gewährleisten“ so Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh. Diese Zeit wollen sich alle Beteiligten nehmen, können sie aber auch nutzen. Nächster Schritt sei das schon vor Coronazeiten beauftragte Energiekonzept, das Ende des Jahres vorliegen und anschließend beschlossen werden soll.

Bebauungsplan muss geändert werden

Die Evangelische Kirche wird die Planungen jetzt intensivieren und zeitnah in die Planung des neuen Gebäudes zusammen mit dem CVJM vorantreiben. Bis der Neubau steht, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Unter anderem muss auch noch der Bebauungsplan entsprechend geändert werden.
Ihre Gemeindemitglieder will die Evangelische Kirche am kommenden Sonntag nach dem Gottesdienst in Rahmen eines Info-Cafés informieren. swp