Fasching besteht nicht nur aus Verkleidungen, Narrenumzügen und Prunksitzungen. Zumindest in Ingersheim dürften die Besucher der Faschingsveranstaltungen (siehe Infokasten) auch wegen der Musik zu den Events strömen. Die sogenannte Guggenmusik bezeichnet eine stark rhythmisch unterlegte, im speziellen Sinne „schräg“ gespielte Blasmusik und wird im alemannischen Raum traditionell zur Fasnacht gespielt. In Ingersheim wurde ein eigenes Ensemble ins Leben gerufen, das sich auf diese Art von Musik spezialisiert.
Bereits 1993 wurde die Guggenmusikgruppe des Blasorchesters Ingersheim gegründet. In diesem Jahr fand auch der erste offizielle Auftritt an den Faschingsveranstaltungen statt. 2010 wurde das Ensemble auf den Namen „Ohradruck“ getauft. „Der Name wurde bei einer Versammlung mit Mehrheit gewählt“, berichtet Erik Spahlinger, der die musikalische Leitung der Gruppe innehat. Die Bezeichnung spiele auf die mögliche Lautstärke der Instrumente an, die das Ohr auch strapazieren könne, so Spahlinger. Seit dem Umbennenung vor sieben Jahren besitzt die Gruppe auch einen hohen optischen Wiedererkennungswert: die Musiker treten in roten Pullovern, grünen Mützen und Masken als Panzerknacker verkleidet auf.

Guggenmusik-Saison endet am Faschingsdienstag

„Ohradruck“ beginnt jedes Jahr im Januar, sich auf die Faschingsveranstaltungen im Februar vorzubereiten. Die Gruppe sei allerdings eine „saisonale“ Guggenmusik, erklärt Spahlinger, da das Ensemble nur wenige Wochen aktiv probt und auftritt. Am Faschingsdienstag beende die Guggenmusikgruppe ihre Saison, sagt der Chef der Truppe.
Die Proben finden einmal pro Woche statt und dauernd jeweils etwa anderthalb Stunden. Das Ensemble bestehe zur Zeit aus 25 bis 30 Musikerinnen und Musikern, die zwischen 14 und 40 Jahren alt seien, beschreibt Spahlinger die buntgemischte Truppe. Neben den Musikern aus Ingersheim unterstützen auch einige Spieler aus verschiedenen befreundeten Orchestern aus dem Kreis Ludwigsburg das Ensemble, erläutert der Dirigent. „Dies zeichnet sicherlich auch unsere Qualität aus, die es uns erlaubt in wenigen Proben ein hörenswertes Programm auf die Beine zu stellen“, sagt Spahlinger.
Die klangliche Vielfalt wird durch Blechblasinstrumente wie Trompeten, Posaunen und Tubas sowie Saxofonen und dem rhythmusgebenden Schlagzeug hervorgerufen. Ausgefallene Instrumente wie Sousafone (eine um den Körper liegende Tuba) besitzt das Orchester nicht. Das Repertoire der Gruppe ist weitgefächert: „von Rock bis Pop und Schlager ist alles dabei“, sagt Spahlinger, „teilweise ältere Lieder, aber auch aktuelle aus den Charts.“ Ob man auch Wünsche von Fans spiele? Man sei flexibel genug, um diese auch spontan zum Besten zu geben, berichtet Spahlinger.
Das Ensemble tritt insgesamt viermal bei Faschingsveranstaltungen auf. Neben den „Heimspielen“ am Faschingssamstag und -Dienstag  treten die Musiker beim Guggen-Open-Air der Buchfinken und Wobachspatzen am Donnerstag, 23. Februar in Bietigheim und beim Faschingsumzug in Murr am Sonntag, 26. Februar, auf. Ob draußen oder drinnen, eins ist garantiert: laute, fetzige Musik als „Ohradruck“.

Fasching mit der Guggenmusikgruppe

Das Blasorchester Ingersheim  lädt zu zwei Partys ein. Am Faschingssamstag, 25. Februar, soll die „XXL-Partyband“ aus Mühlacker für Faschingsstimmung sorgen. Außerdem tritt traditionell die vereinseigene Guggenmusikgruppe „Ohradruck“ auf. Zum traditionellen Faschingsausklang wird auf Faschingsdienstag, 28. Februar, eingeladen. Der musikalische Hauptgast ist wieder die Coverband „Colorados“. Neben dem Auftritt von „Ohradruck“ wird der Auftritt der Karnevalsgesellschaft Buchfinken erwartet. Kulinarische Köstlichkeiten und Barbetrieb gibt es auch. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr, in der SKV-Halle in Großingersheim. Der Eintritt ab 18 Jahren kostet samstags neun Euro, am Dienstag sieben Euro. bz