Im vergangenen Jahr hat die Polizei im Landkreis Ludwigsburg fast genauso viele Drogendelikte gezählt wie im Vorjahr – nur elf Anzeigen als 2015 weniger hatte es 2016 für Konsumenten, Käufer, Klein- oder Großhändler von sogenannten Betäubungsmitteln gegeben, nämlich exakt 1418. Das ergibt sich aus der polizeilichen Kriminalstatistik, die das Ludwigsburger Präsidium am Freitag vorgestellt hat (die BZ berichtete).
Diese Anzeigen verteilen sich auf insgesamt 1190 Tatverdächtige. Ihre Anzahl ist im Landkreis in den vergangenen Jahren noch beständiger angestiegen als die Anzahl der gezählten Rauschgiftanzeigen. Im Jahr 2012 wurden noch 995 Anzeigen und weniger als 900 Angezeigte gezählt, im Jahr 2016 waren es bereits 1200 Angezeigte und die besagten 1418 Anzeigen.
Wer mit dem Betäubungsmittelgesetz in Konflikt kam, war zumeist volljährig. Die meisten der Personen, die im vergangenen Jahr in irgendeinem Zusammenhang mit Rauschgiftdelikten angezeigt wurden, waren zu fast 60 Prozent Erwachsene, mehr als 40 Prozent waren Heranwachsende und Jugendliche.

Meist Konsum und Besitz

Der größte Batzen der Anzeigen, fast drei Viertel, entfällt auf Konsum und Besitz von Kleinmengen. Im Kreis Ludwigsburg hagelte es dafür fast 1100 Anzeigen – 4,5 Prozent mehr als noch 2015. Illegaler Handel und Schmuggel von Drogen machte nicht einmal ein Fünftel aus (18 Prozent). Sieben Anzeigen gab es wegen Großhandels.
Wenn die Polizei es mit Drogenkonsumenten, -käufern oder –verkäufern zu tun hat, ist es auch im vergangenen Jahr in den meisten Fällen um Cannabis gegangen. Das Polizeipräsidium nennt in seiner Statistik lediglich Zahlen für sein gesamtes Zuständigkeitsgebiet, das sich auf die Landkreise Ludwigsburg und Böblingen erstreckt: Die Fallzahlen in Bezug auf Cannabis sind hier um 4,4 Prozent auf 1715 angestiegen. Das sind mehr als 60 Prozent aller Drogendelikte, die in den beiden Landkreisen gezählt wurden.
Der Großteil derjenigen, die mit Drogen in Verbindung gekommen sind, waren Deutsche. Der Anteil der Tatverdächtigen ohne deutsche Staatsbürgerschaft liegt für beide Landkreise wie im vergangenen Jahr bei etwa 30 Prozent. Der Anteil der Asylbewerber unter denen, die angezeigt worden, ist leicht gestiegen – von fast drei auf gut 4,5 Prozent.