Der Bundestagsabgeordnete Christian Hirte ist Thüringer und von der Kreis-CDU als Gastredner  zum Tag der Deutschen Einheit geladen worden. Dresden, Chemnitz, Köthen – für den 42-jährigen Gast aus dem Wartburg-Kreis Eisenach könnte dies nach „einem Problemfall Ostländer“ aussehen. Doch der parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer ist als Mutmacher nach Ludwigsburg gekommen. „Denn die Mehrheit der Ostdeutschen möchte genauso leben wie die Leute im Westen“, sagt er.
Deshalb sollte trotz der rechtsextremen Vorfälle, wo AfD-Repräsentanten Arm in Arm mit Neonazis marschieren, alle Kräfte guten Willens alles tun, um diese freiheitliche Demokratie zu erhalten. Deshalb erinnert Hirte auch gern an Repräsentanten der reichen deutschen Kulturgeschichte, wie Goethe, Schiller, Bach und Luther, die West- wie Ostdeutsche gleichermaßen geprägt haben.
„Bei allen Herausforderungen und Problemen ist auch 28 Jahre nach dem Mauerfall die deutsche Einheit eine Erfolgsgeschichte“, sagt er. Trotzdem  erinnert er auch daran, dass nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft der DDR ganz persönliche Brüche des Erwerbslebens die Menschen im Osten geprägt hätten. Inzwischen sei jedoch der wirtschaftliche Aufschwung vor allem von mittelständischen Betrieben unverkennbar. Hirte machte jedoch an einem Beispiel aus seinem Wahlkreis klar: Dort möchte sich nämlich eine Akkufabrik ansiedeln, die etwa 70 Hektar Fläche benötigt. „In Ludwigsburg wäre so etwas wohl kaum zu machen, aber wir haben den Platz.“
Hirte warb aber auch um Verständnis für seine Landsleute, die zu Recht voller Misstrauen gegenüber staatlichen Organen, den Medien und selbst Gewerkschaften seien: „Denn sie sind direkt nach der zwölfjährigen Herrschaft der Nationalsozialisten mehr als 40 Jahre den  DDR-Institutionen ausgesetzt gewesen.“ Ost- und Westdeutsche seien also in zwei ganz unterschiedlichen politischen Systemen aufgewachsen. „Aber sie haben immerhin die DDR zum Einsturz gemachte“, sagte Hirte, „und das ist ihnen auch bewusst“.
Der Aufstieg von Populisten führte der Staatssekretär darauf zurück, „dass die gesellschaftlichen Bindekräfte nachlassen“. In den Ostländern nannte er als Beispiele dafür die dramatische demographische Entwicklung, den Ärztemangel und die Unglücklich verlaufene Verwaltungsreform. „Das ist eine ungute Gemengelage“, konstatierte er. Und deshalb sei es nur ein kleiner Schritt von verbaler zu tatsächlicher Gewalt, deshalb komme es zu „inakzeptablen Grenzüberschreitungen“.

Annemarie-Griesinger-Preis verliehen

Der seit fünf Jahren am „Tag der Deutschen Einheit“ vergebene Annemarie-Griesinger-Preis soll an die ehemalige Sozialministerin Baden-Württembergs erinnern und ist mit 1000 Euro dotiert.  Bundestagsabgeordner Eberhard Gienger überreichten den Preis, zumal beide Preisträger aus seinem Wahlkreis Neckar-Zaber kommen.
Margrit Kleinknecht aus Erdmannhausen wurde dafür geehrt, dass sie neben sechs eigenen auch noch  zwei Pflegekinder betreute, dem Kirchengemeinderat, Kirchenchor sowie dem Flöten- und  Beisetzungschor und 30 Jahre lang der Basler Mission angehörte.
Der Arbeitskreis Soziales und Asyl in Löchgau wurde 2015 bereits vor dem großen Flüchtlingsrun von Gemeinderätin Monika De Coninck gegründet und kümmert sich seitdem sowohl um Bedürftige als auch um Asylsuchende. Mit rund fünfzehn Mitstreitern organisiert sie Kinderbetreuung und Deutschkurse, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und die Kleiderkammer, eine Fahrbereitschaft oder eine Handarbeitsgruppe. nick