Die Schuhmacherei war Wilhelm Weith in die Wiege gelegt. Schon mit 14 Jahren begann er seine Schuhmacherlehre bei der Firma Fischer in Esslingen, derselben Schuhmacherei, in der schon sein Vater Wilhelm 30 Jahre zuvor gelernt hatte und dort auch seine Frau kennengelernt hatte. Der Vater ist jedoch 1943 im Krieg gefallen und auch Großvater Johann Weith ist 1947 gestorben, so dass die Witwen Martha und Anna Weith das Schuhgeschäft in Hechingen durch die schwierigen Nachkriegsjahre führen mussten.

Faible fürs Bauen und Gestalten

Direkt nach Abschluss der Gesellenprüfung kam Wilhelm Weith nach Hechingen und unterstützte Mutter und Großmutter im Schuhgeschäft, bevor er 1961 die Firma Schuh-Weith schließlich übernahm.
1962 heiratete der Jubilar seine Frau Ilse, geb. Albrecht, die dann im Geschäft mitarbeitete. Das Ehepaar hat drei Söhne: Matthias­, Wolfgang sowie Rainer, der heute seit zehn Jahren Nachfolger und Chef im Schuhhaus ist. Rainer Weith ist übrigens auch als Vorsitzender des Marketingvereins (HGV Hechingen) in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Zur Familie gehören inzwischen auch sechs Enkel – vier Jungen und zwei Mädchen.
Wilhelm Weith hatte von Jugend an ein Faible fürs Bauen und Gestalten. In Hechingen wurde am Schlossberg 1974 ein Wohnhaus gebaut, das die Eheleute aufgrund der schönen Lage und des Gartens bis heute in vollen Zügen genießen. Zehn Jahre später entstand 1983 an der Unteren Staig das große Geschäftshaus. Vor 20 Jahre entschloss man sich zu filialisieren und mietete sich in der Balinger Friedrichstraße in bester Lage eine Ladenfläche, die seither schon drei Mal durch Umbauten vergrößert wurde.

Stets in Kontakt mit Kunden

Seit zehn Jahren im Ruhestand, ist Wilhelm Weith immer noch fast täglich kurzzeitig im Geschäft anzutreffen, sei es als „Hausmeister“, als Fahrer in die Filiale oder als Schuhmacher, wenn es um fachlichen Rat geht. Besonders freut es ihn und die vielen Kunden(innen), die sich seit Jahrzehnten kennen, dass man sich mal wieder sieht.
Das Wandern ist das liebste Hobby des Jubilars. Jahrzehnte lang waren jeden Sommer Südtirol und Kärnten die bevorzugten Urlaubsziele. Seit etwa zehn Jahren geht’s im Frühjahr auf die herrliche Insel Madeira. Wandern steht auch jeden Donnerstagnachmittag auf dem Programm. Mit Wilhelm Weith haben sich fünf gleichgesinnte Freunde zusammengefunden, die jeden Donnerstag zwei bis Stunden auf der Alb oder im Neckartal unsere schönen Heimat erkunden und sich viel zu erzählen haben. Im Sommer gibt’s zusätzlich eine Gruppen-Wanderwoche in einer schönen Ecke Baden-Württembergs.
Wilhelm Weiths zweite große Leidenschaft ist das Radfahren. Früher mit dem Rennrad, ist er heute mit dem E-Bike unterwegs. Er radelt gern über die Berge, im Sommer am Sonntag noch vor dem Frühstück, oft hinauf auf die Burg Hohenzollern oder über Belsen nach Beuren hoch und über Schlatt nach Hechingen zurück.

Als Fußballer und Sänger aktiv

Der Jubilar war stets ein aktiver Sportler und ein Freund und Förderer der Hechinger Vereine. Beim Fußballclub FC Hechingen hat er in der A-Jugend zu kicken angefangen, und war später Mitglied der Meistermannschaften 1959/60/61. Nach seiner aktiven Zeit war Wilhelm Weith rund 20 Jahre als FC-Funktionär bis zum Vorsitzenden tätig. Seit 1957 ist er aktiver Chorsänger im Sängerbund Hechingen und war auch dort jahrelang Mitglied in Gremien und bis im Frühjahr 20 Jahre 1. Vorsitzender des Vereins. Im Hechinger Jahrgang 1940 ist Weith seit 15 Jahren Sprecher des Vorstandes und Mitorganisator der zweimal jährlich stattfindenden Treffen und Ausflüge.
Nicht nur eitel Sonnenschein bescheint das Leben des Jubilars. Es gab auch Unglück zu verkraften. So kam es in den Jahren 1968 und 1977 zu zwei Bränden an der Staig infolge von Explosionen, verursacht durch Lecks im maroden städtischen Gasnetz, mit Personen- und hohem Sachschaden.
Verheerend war auch das Hochwasser am „tiefsten Punkt“ der Hechinger Unterstadt. Im Jahr 2007, als der Reichenbach überfloss und Stetten unter Wasser stand, waren die Lagerräume im Untergeschoss des Schuhhauses betroffen.
2008, fast genau ein Jahr später, folgte das Jahrhunderthochwasser, bei dem die Starzel sogar die Johannesbrücke überschwemmte und der Gebäude- und Warenschaden bei Schuh-Weith in die Hundertausende ging.

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Jahre ist es her, dass Wilhelm Weith als junger Schuhmachermeister das Schuhgeschäft an der Staig von seinen Eltern übernommen hat. Erst vor zehn Jahren ging er in den Ruhestand.