Die Änderungen bei den überarbeiteten Bauplatzvergaberichtlinien stellte Ortsvorsteherin Meta Staudt vor. Familien mit mehr als drei Kindern sollen nach Vorschlag der Bunten Liste nun eine erhöhte Punktezahl für ihr Konto gutgeschrieben bekommen.

Ehrenamt in der Gesamtstadt

Beim Punkt „Ehrenamt“ werden nun Punkte dafür vergeben, wenn man ehrenamtlich im Gesamtstadtgebiet tätig ist. Gesondert gibt es Punkte, wenn man dies im betreffenden Teilort ist. Rückkehrenden kommt man in der Hinsicht entgegen, dass sie 100 Punkte dafür erhalten, wenn die Eltern im Ort leben. Allerdings wurde die Gesamtpunktezahl dabei von 300 auf 200 Punkte verringert. Für den Arbeitsplatz schlagen maximal noch 200 Punkte zu Buche. Insgesamt hat sich die Punktegewichtung von 50:50 auf 43 Punkte für den Ortsbezug und 57 für den sozialen Bezug geändert.

Keine Verbesserungen

„Nix besser geworden seit dem letzten Mal“, schallte es unisono durch das Bollemer Rathaus. Die Geringergewichtung des Ortsbezuges widerspricht den Forderungen der Stadtteile, war sich das Gremium einig. Außerdem sieht es Familien mit mindestens drei Kindern nun stark im Vorteil gegenüber Kinderlosen.

Fünf Jahre sind zu wenig

Man zeigt sich zwar froh, dass mit den Eltern im Ortsteil auf Rückkehrende eingegangen wird. Die Abwesenheit von maximal fünf Jahren scheint aber immer noch zu gering.
Dass die Unterscheidung im Ehrenamt zwischen Mitglied, stark aktivem Mitglied und Funktionsträger schwammig ist,  siehz der Ortschaftsrat noch ein. Nicht jedoch, dass Funktionsträger, die durchaus andere Bevorzugungen haben, den Vorrang vor stark aktiven Mitgliedern haben. Auch dass die Abgabe von Wohnraum keine Berücksichtigung findet, stößt den Ortschaftsräten auf. Wird es so doch schwieriger, sich im Alter, wenn die Kinder aus dem Haus sind, wieder zu verkleinern.

Stadt kann es umgehen

Einen ganz strengen Blick werfen die Bollemer auf den Passus, dass sich die Stadt vorbehält in Einzelfällen das Punktesystem für Interessenten zu umgehen, sollten daraus „Nachteile für die Allgemeinheit“ entstehen. Zwar geschieht dies auf Empfehlung des Ortschaftsrates dann im Gemeinderat. Zu schwammig und eine Hintertür ist dies dennoch.

So ist’s bei den Anderen

So bleibt der Bollemer Ortschaftsrat in seiner Meinung gegen die neuen Bauplatzvergaberichtlinien bestärkt. Auch die Gesetzgebung und Rechtssicherheit habe man nicht aufgezeigt bekommen. Der Vergleich mit anderen Kommunen lässt die Ratsmitglieder genaue Einblicke in die Gesetzgebung fordern, bevor man für die angestrebte Änderung sein kann.

Auch die neue Runde scheint nichts zu bringen

Keine Einigung Wie das Bollemer Greium hat zuvor auch der Ortschaftsrat Stein kein gutes Jahr an den aufgefrischten Vergaberichtlinien gelassen. Dabei entstand die neue Fassung nach bereits zwei Durchgängen in den Stadtteilen und auf deren massive Kritik hin.