Der Mann aus Horb-Talheim, der im gemeinsam genutzten Wohnhaus am 29. März Feuer gelegt, damit seinen Zwillingsbruder schwer verletzt und seine Mutter getötet hatte, ist nach einer Schnellmeldung der „Neckar-Chronik“ am Freitagmorgen zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilt worden.
Damit folgte die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Rottweil dem Plädoyer des Staatsanwalts, der genau dieses Strafmaß in seinem Plädoyer am Vortag geäußert hatte.

Anklage lautete auf Mutter-Mord

Die Anklage lautete auf Mutter-Mord und Brandanschlag gegen seinen Zwillingsbruder.
Das Gericht sieht es nach sieben Verhandlungstagen als erwiesen an, dass der Angeklagte in einem Wohnhaus in der Talheimer Birkenstraße Benzin ausgegossen und vorsätzlich Feuer gelegt hat.
Wenige Tage nach dem Brand erlag die 72-jährige Mutter des Angeklagten nach mehreren OPs in einer Klinik ihren schweren Brandverletzungen, die 70 bis 80 Prozent der Hautoberfläche geschädigt hatten.

Zwillingsbruder lebensgefährlich verletzt

Ein weiterer Sohn der Verstorbenen, der Zwillingsbruder des Tatverdächtigen, war bei dem Brand ebenfalls lebensgefährlich verletzt worden und befindet sich laut Staatsanwaltschaft bis heute in stationärer Behandlung in einer Tübinger Klinik.
Das Feuer war am frühen Morgen des 29. März im Obergeschoss des Einfamilienhauses ausgebrochen. Die Polizei vermutete Brandstiftung. Umgehend konzentrierten sich die Ermittlungen auf den 38-jährigen Sohn der Hausbewohnerin. Er wurde nach einer öffentlichen Fahndung am 1. April in Marxzell (Landkreis Karlsruhe) festgenommen.

„Ich habe meinen Bruder angezündet, damit er nicht erbt!“

Aus der mehrtägigen Gerichtsverhandlung wird der Angeklagte mit den Worten zitiert: „Ich habe meinen Bruder angezündet, damit er nicht erbt!“
Zitat aus dem Plädoyer des Staatsanwalts: „Der Angeklagte handelte in gefühlloser, heimtückischer und unbarmherziger Gesinnung.“