Als ein voller Erfolg kann der erste Teil des 50-jährigen Partnerschaftsjubiläums zwischen der schwäbischen Stadt Haigerloch und der französischen Stadt Noyal-sur-Vilaine verbucht werden. „Es war einfach toll“, sagen Angelika Pieper und Edelhard Becker vom Haigerlocher Förderverein über die Jubiläumsfahrt zu den französischen Freunden in der zweiten Pfingstferienwoche. Die Begegnungen in Noyal waren geprägt von großer Wiedersehensfreude und Herzlichkeit – und hochsommerlichen Temperaturen von bis zu 42 Grad.

Empfang auf dem „Place de Haigerloch“

Die Partnerschaftskomitees, die Galeristen, die Bürgermeister und die Tochter Karl Hurms mit Gatten nach der Vernissage. Bürgermeisterin Marielle Muret Baudoin und Francoise Clanchin, ein Urgestein der Jumelage, zeigen das Werk, das die Nachfahren von Hurm Noyal vermacht haben.
Die Partnerschaftskomitees, die Galeristen, die Bürgermeister und die Tochter Karl Hurms mit Gatten nach der Vernissage. Bürgermeisterin Marielle Muret Baudoin und Francoise Clanchin, ein Urgestein der Jumelage, zeigen das Werk, das die Nachfahren von Hurm Noyal vermacht haben.
© Foto: Reinhard Seidel
Der große Reisebus war mit 44 Personen gut besetzt, etwa 20 weitere Teilnehmer waren privat angereist. Pausen eingerechnet, dauert die Hin- und Rückfahrt jeweils etwa zwölf Stunden. Aber die seien wie im Flug vergangen, dank guter Stimmung im sicher gelenkten Großraumbus.
Gleich nach der Ankunft und herzlicher Begrüßung auf dem „Place de Haigerloch“ folgte der erste Höhepunkt: die feierliche Eröffnung einer Jubiläumsausstellung „Hommage an Karl Hurm“ im Noyaler Rathaus, umrahmt vom Vokalensemble „Senza Mesura“ und einer profunden, zugleich auch witzigen und sehr einfühlsamen Einführung durch die Kunsthistorikerin Ramona König.

Karl Hurm: „Künstler unserer Partnerschaft“

Der Haigerlocher Galerist Hermann-Joseph Speier sagte in seiner Begrüßungsrede, dass die Ausstellung ein Wunsch von Hurm gewesen und nach dem Tod des Künstlers und dessen Frau Anni im Juni 2019 nun zu einer „Gedenkausstellung“ geworden sei. Speier: „Karl Hurm war ist und bleibt der Künstler unserer Partnerschaft“. Auch das Ehepaar Kessler (Tochter des Künstlers) war anwesend.
Max, zweitjüngster Teilnehmer der Jubiläumsreise, badet in der Bucht von Mont Saint-Michel.
Max, zweitjüngster Teilnehmer der Jubiläumsreise, badet in der Bucht von Mont Saint-Michel.
© Foto: Edelhard Becker
Nach einem Aperitif ging es in die Quartiere, wobei die Gäste in Familien, einzelne auch in Hotels untergebracht waren. Der nächste Tag war heiß, so dass eine Bootstour durch die Bucht von Mont Saint-Michel hoch willkommen war. Auf der felsigen Insel mit der imposanten Abtei nutzten nicht wenige die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad im Meer.
Gleich zum Auftakt des mehrtägigen Aufenthalts der Haigerlocher Delegation in der Bretagne gab es eine erfrischende Bootsfahrt durch die Bucht von Mont Saint-Michel. Insgesamt nahmen zirka 60 Personen, auch viele Jugendliche, an der Jubiläumsfahrt teil.
Gleich zum Auftakt des mehrtägigen Aufenthalts der Haigerlocher Delegation in der Bretagne gab es eine erfrischende Bootsfahrt durch die Bucht von Mont Saint-Michel. Insgesamt nahmen zirka 60 Personen, auch viele Jugendliche, an der Jubiläumsfahrt teil.
© Foto: Edelhard Becker

Feinste deutsch-französische Spezialitäten

Dann machte man sich ausgehfein für den Galaabend in der Salle Tréma. Es war ein schönes Fest mit einem Fünf-Gänge-Menü mit feinsten deutsch-französischen Spezialitäten, einem Jubiläumsdessert mit „Feuerwerk“ und mit Musik und Tanz. Es gab Reden und Grußworte und es wurden Ehrenurkunden an verdiente Konstrukteure der Städtefreundschaft verliehen.
Beim Galaabend wurden verdiente Konstrukteure der Städtepartnerschaft mit Urkunden geehrt, wie der Künstler und unermüdliche Übersetzer Yves Opizzo oder die Familien Schmoll und Jörgensen.
Beim Galaabend wurden verdiente Konstrukteure der Städtepartnerschaft mit Urkunden geehrt, wie der Künstler und unermüdliche Übersetzer Yves Opizzo oder die Familien Schmoll und Jörgensen.
© Foto: Edelhard Becker
Die vorgesehene Übergabe des Jubiläumsbuches musste leider gestrichen werden, weil das Werk auf dem Versandweg stecken geblieben war (wir berichteten). Dafür wurde gleich getanzt. „Dort tanzen sie einfach sehr gern“, weiß Angelika Pieper aus Erfahrung.
Die französische Küche ist einfach nicht zu schlagen. Zum Jubiläum gab‘s einen Kuchen mit "Feuerwerk"
Die französische Küche ist einfach nicht zu schlagen. Zum Jubiläum gab‘s einen Kuchen mit „Feuerwerk“
© Foto: Edelhard Becker
Die traditionelle Noyalais-Musikgruppe „D‘Ici & D‘Ailleurs“ und die Haigerlocher Singer-Songwriterin Simone Hönisch feuerten das Publikum mit ihrer Musik kräftig an.
Alle Begegnungen in der französischen Partnerstadt waren von großer Herzlichkeit geprägt, die Stimmung war prächtig.
Alle Begegnungen in der französischen Partnerstadt waren von großer Herzlichkeit geprägt, die Stimmung war prächtig.
© Foto: Edelhard Becker
Der Samstag brachte erneut Temperaturen im 40-Grad-Bereich, was natürlich Auswirkungen auf die vorgesehenen Olympiaden mit Klettern und Petanque in der Vitalia-Halle hatte. Den Jugendlichen, die sich der Herausforderung dennoch stellten, zollt Angelika Pieper auch im Nachhinein noch große Anerkennung für ihr Durchhaltevermögen.
Eine schweißtreibende Angelegenheit: Die Olympiaden der Jugendlichen bei 40 Grad im Schatten in der Noyaler Vitalia-Halle.
Eine schweißtreibende Angelegenheit: Die Olympiaden der Jugendlichen bei 40 Grad im Schatten in der Noyaler Vitalia-Halle.
© Foto: Edelhard Becker

Ginkgo symbolisiert Goldhochzeit

Am Abend dann der nächste Höhepunkt, zugleich eine bleibende Erinnerung an die vergangenen 50 Jahre und Botschaft für die nächsten Jahrzehnte: Am Bürgerzentrum „Intervalle“ wurde ein Jubiläumsbaum, ein Ginkgo biloba, gepflanzt. Hier griffen Noyals Bürgermeisterin Marielle Muret-Baudoin und Haigerlochs Bürgermeister Heinrich Götz gleichzeitig zum Spaten. Der Baum, dessen Blätter sich goldgelb färben, ist ein schönes Symbol für die „Goldhochzeit“ der beiden Städte. Nach getaner „Arbeit“ ging es dann hinein in den „Bal-Fou“, einem großen Fest in den Straßen Noyals. Simone Hönisch hatte erneut einen gefeierten Auftritt auf der Bühne inmitten hunderter Besucher.
Die Haigerlocher Singer-Songwriterin Simone Hönisch begeisterte auf dem Noyaler Straßenfest "Bal-Fou".
Die Haigerlocher Singer-Songwriterin Simone Hönisch begeisterte auf dem Noyaler Straßenfest „Bal-Fou“.
© Foto: Edelhard Becker

Junge Unternehmer sind interessiert

Am Sonntagmorgen machte sich die Haigerlocher Delegation auf die Heimreise. Es war ein großes Küssen, Umarmen und Winken, dass sie hier nach dem Verladen der Gepäckstücke abspielte. Auch das eine oder andere Tränchen floss.
Und welche Neuigkeiten bringen die „Botschafter“ mit aus der Partnerstadt? Da sind zum einen die Hunderte von Fotos, Schnappschüssen, Impressionen von Edelhard Becker, die anzuschauen großen Spaß macht und die zum Teil ins zweite, französische Jubiläumsbuch Eingang finden sollen. Da sind auch junge Noyaler Unternehmer , die Angelika Pieper kennengelernt hat, und die laut ihr darauf „brennen“, in Haigerlocher Unternehmen Praktika absolvieren zu können. Da ist ein Künstler, der gern in Haigerloch ausstellen würde – er wurde bereits an den Kunstexperten Speier vermittelt.

Noyal-sur-Vilaine ist auch eine Seefahrerstadt

Tschüss, bis dann: Der zweite Teil des Partnerschaftsjubiläums wird 2023 in Haigerloch gefeiert.
Tschüss, bis dann: Der zweite Teil des Partnerschaftsjubiläums wird 2023 in Haigerloch gefeiert.
© Foto: Edelhard Becker
Und da ist eine ganz neue Facette, die Angelika Pieper an der Partnerstadt entdeckt hat: Obwohl ein ganzes Stück von der Küste entfernt, ist Noyal-sur-Vilaine so etwas wie eine Seefahrerstadt. Denn auf den kargen Böden des bretonischen Städtchens gedieh Hanf und Linnen besonders gut, Rohstoffe also, nach denen sich die Segelmacher einst verzehrten. Eine tolle neue Geschichte fürs Jubiläumsbuch!
50 Jahre deutsch-französische Freundschaft Erinnerungen von Pater Hochheimer an Noyal und einen toten Hahn

Haigerloch