Traditionell wird die Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert. Aber die Narren dürfen ja alles, und so haben die Hechinger Hagenmannhexen dieses Ereignis einfach auf den ersten Februarsamstag vorverlegt und es mit befreundeten Zünften, Guggenmusikern, Showtänzern und Disco-Musik im „Museum“ so richtig krachen lassen. Rund 1000 Hästräger machten ihr Versprechen wahr und feierten eine schaurig- schöne Hexenparty mit einer rundum gelungenen Mischung aus Brauchtum, schriller Guggenmusik und akrobatischen Tanzeinlagen. Die Stimmung war toll!
Bereits um 18.30 Uhr, also eine Stunde vor der offiziellen Eröffnung, herrschte am Eingang zum „Museum“ rege Betriebsamkeit. Die Schlange der Hästräger, die Einlass begehrten, wurde immer länger. Mit Bussen waren sie teilweise gekommen, wobei die „Grubenhüpfer“ aus Singen am Hohentwiel wohl den weitesten Anfahrtsweg hatten. Hansi Bailer vom Gastgeber hatte auf einer Liste sämtliche angemeldeten Gruppen vermerkt. „38 Gruppen und 1088 Hästräger haben ihr Kommen zugesagt, und ich denke mal, die werden im Laufe des Abends auch alle hier eintrudeln“, vermutete er. Übrigens, Hagenmannhexer Hansi wird am „Schmotzigen“ seine Hagenmannhexin Daniela vor das Hechinger Standesamt führen – natürlich im Häs.
Drinnen füllte sich nach und nach der Saal, und DJ Hoss überbrückte mit heißer Disco-Musik schon mal die Wartezeit bis zum offiziellen Beginn.
Günter Beck und seine Frau Helene hatten sich einen Platz ganz vorne an der Bühne ausgesucht. Günter ist ein waschechter Hechinger, und ist wegen der Fasnet extra aus Weinfelden im Kanton Thurgau in der Schweiz angereist. Dorthin hat es ihn beruflich 2010 verschlagen. „Bis 1976 war ich aktives Mitglied bei den Zollerhexen“, erzählte er. Mit einem „Grüezi us dr Schwiz“, lehnte er sich bei einem Bierchen zurück, um die Einflüsse des Abends auf sich einwirken zu lassen.
Genauso wie all die anderen, die zum Teil in recht schrillen, aber auch fantasievollen Kostümen dem Saal einen farbigen Anstrich verliehen – da war sogar noch eine Gruppe „Weihnachtsmänner“ dabei, die irgendwie das Ende der Zeit des Tannenbaumes, der Christbaumkugeln und Kerzen verpasst hatten.
„Mit Hells Bells“, dem Klassiker von AC/DC, hieß es dann Bühne frei für die Protagonisten der Hexenparty. Annika Gompper und Ingo Kolodzey, die durch das Programm führten, versprachen einen bunten, schönen, geselligen und lustigen Abend. Und das sollte es auch werden: Es wurde eine gelungene Mischung aus Brauchtumsabend, Guggenmusik, Showtanzeinlagen und Discomusik. Ob Best Harmony aus Boll, Gomaringer Käsperle, Just Dance aus Stein oder Hudelgai-Bätscher und Gugguba aus Hechingen, jede Gruppe  pushte sich an der anderen hoch, und alle zusammen brachten den Saal zu Kochen. Zwischen den Auftritten drehte DJ Hoss am Mischpult seine Regler auf und animierte das Publikum zum Tanzen, wobei nicht alle vor auf die Tanzfläche kamen, sondern einfach am Platz auf Tischen und Bänken im Takt der Musik mitwippten und mitsangen.
„Die monatelange Vorbereitung hat sich gelohnt“, bilanzierte zufrieden der 2. Vorsitzende der Hagenmannhexen, Olaf Bosch.