Eines steht für das Gremium um Ortsvorsteher Jürgen Schuler schon jetzt fest: Bedarf für neuen Wohnraum ist in Schlatt vorhanden. Nachdem der Bebauungsplan für das Gebiet „Wilden“ auf den Weg gebracht wurde, geht der Blick nun auf das, was danach kommen könnte. Die Fortschreibung des Flächennutzungsplans spielt dabei eine zentrale Rolle.
Schuler erläuterte in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats die Formalien und lieferte dazu auch gleich die entsprechenden Zahlen. In der aufgestellten Berechnung für den Flächenbedarf Wohnen, die nach den Vorgaben des Landes durchgeführt wurde, wird für Schlatt von einem relativen Bedarf von 1,55 Hektar ausgegangen.
Die in den Unterlagen zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans vermerkte Feststellung, dass „die Fläche Wilden den ermittelten Bedarf deckt, so dass bis 2035 keine weitere Wohnfläche erforderlich ist“, stufte das Gremium schlicht als falsch ein: „Das ist so nicht akzeptabel und würde die nächsten 15 Jahre verhindern, dass wir erweitern können.“ Schließlich sei in dieser Berechnung auch noch das Gebiet „Wilden Süd“ direkt an der B 32 mit berücksichtigt, das nach den jüngsten Planungen aber wegfällt. Grund sind Probleme mit dem Lärmschutz.

„Wilden Süd“ fällt weg

„Das Baugebiet ‚Wilden’, an dem wir seit 2006 dran sind, hat uns in Sachen Lärmschutz sehr viel Ärger bereitet“, konstatierte der Ortsvorsteher. Genau darin liegt auch der Grund, warum eine Erweiterung dieses Gebiets nicht mehr in Frage kommt. „Wenn wir keine Lärmschutzwälle entlang der B 32 bauen, müssten wir 30 Meter Abstand zur Straße einhalten.“ Damit lohne es sich aber nicht mehr, hier weiter über ein neues Baugebiet nachzudenken, weil dies viel zu viel Fläche kosten würde.
Die Konsequenz: Die Erweiterung „Wilden Süd“ fällt weg, der Fokus richtet sich nun auf andere Flächen, die Potenzial für Wohnbebauung bieten.
Ein Vorschlag des Planungsbüros wäre das Gebiet südlich der Neubergstraße mit einer Größe von 1,97 Hektar. Dieses kommt nach Einschätzung des Ortschaftsrats aber nicht für eine Wohnbebauung in Frage. „Hier sehen wir große Probleme“, erklärte Jürgen Schuler. Die Hochwassergefahr sei in diesem Bereich groß, da erfahrungsgemäß nach Starkregen Wasser vom Hang her eindringe.
Ein weiterer Vorschlag wäre die Fläche am Ständelweg, die eine Größe von 0,58 Hektar aufweist. Dem stehen die Räte positiv gegenüber. „Das sollten wir auf jeden Fall im Plan drin lassen“, so der Tenor.
„Wir haben das Planungsbüro bereits aufgefordert, sich über weitere Flächen Gedanken zu machen und auch schon Vorschläge bekommen“, gab der Ortsvorsteher bekannt.
Neu in den Fokus gerückt ist dadurch das Gebiet „Staffeläcker“, in dem auf 0,64 Hektar eine Bebauung in Erwägung gezogen werden könnte.

„Staffeläcker“ auf Sonnenseite

Mit seiner Lage auf der „Sonnenseite“ von Schlatt könnten hier sicher schöne Bauplätze entstehen, ist sich das Gremium sicher. Nicht weit davon entfernt hat das Planungsbüro ein Schuppengebiet vorgeschlagen, das mit 0,28 Hektar allerdings sehr klein ausfallen würde. „Das kann man so nicht stehen lassen, da muss man noch mal neu planen“, stellte Jürgen Schuler fest. Dies gelte auch bezüglich des Standorts, denn in diesem Bereich, „einer der schönsten Lagen von Schlatt“, würde der Ortschaftsrat eher eine Wohnbebauung favorisieren und das potenzielle neue Schuppengebiet dafür lieber in Richtung Neubergstraße verlegen.
„Es ist noch nichts in Stein gemeißelt“, wies der Ortsvorsteher darauf hin, dass die Fortschreibung des Flächennutzungsplans noch längst nicht abgeschlossen ist. Aber einen Fingerzeig, dass dies so realisierbar wäre, habe man schon bekommen. Zumindest im Bereich Staffeläcker sehe es „gut aus“, so Jürgen Schuler abschließend.