Zur jüngsten Ortschaftsratssitzung in Boll begrüßte Ortsvorsteherin Meta Staudt wie ihre Amtskollegen der anderen Teilorte auch schon und noch Robert Mauz, Sachgebietsleiter Liegenschaften und Grundstücke bei der Stadt Hechingen. Dieser stellte die neuen Vergaberichtlinien und das Punktesystem für die Bauplatzvergabe vor.

Maximal 700 Punkte

Was Bebauung mit Einfamilienhäusern angeht, gilt die Anmeldung über das „baupilot“-Portal in digitaler Form. Anhand eines Fragenkataloges wird die Punktevergabe für die Priorisierungsliste der Interessenten erarbeitet. Dabei sind maximal je 700 Punkte aus den Bereichen des Sozialen wie Kinderanzahl oder Pflege- und Behinderungsgrad und der Ortszugehörigkeit, sprich Arbeitsplatz vor Ort, Verbundenheit mit dem Ehrenamt und weiteres, zu erreichen.

Nur drei Jahre

Für alle gilt, dass der Bauplatz nach drei Jahren bebaut sein muss, die Unverkäuflichkeit des Grundstückes und die Eigennutzung. Was Investoren und juristische Personen angeht, ist die Planung für Mehrfamilienhäuser interessant. Für diese gelten dieselben drei Punkte. Was die Priorisierung angeht, werden die Punkte im Verhältnis von 30 Prozent fürs Höchstgebot und 70 Prozent fürs Konzept gewertet. Die Ortschaftsräte sind involviert. Und da greifen die Einwände und Anmerkungen der Bollemer Räte. Sehen diese doch zu Teilen nicht, dass Mehrfamilienhäuser ins Baubild von Boll passen. Einzig, dass dieses inzwischen vorgeschrieben ist und für jedes Baugebiet nach einem Schlüssel eingeplant wird, stimmt die Räte milde. Bestimmen sollen noch immer sie, wo die Mehrfamilienhäuser hinsollen.

Boll ist anderer Meinung

Auch bei der „Ortsgebundenheit“ insistiert man in Boll. Ehrenamt sollte nicht nur bei Vorstandstätigen angerechnet werden, sondern auch bei langjährigen, verdienten Mitgliedern von Vereinen, die etwas für die Kultur der Ortschaft bringen. Generell sieht man wenig Vergleichbarkeit mit der Kernstadt. Wie in den anderen Stadtteilen will man,  dass die Interessenten, die im Ort ansässig, verwurzelt und mit ihm verbunden sind, einen Punktebonus bekommen sollten. Dass es für „Rückkehrer“ nach über fünf Jahren keine anrechenbaren Punkte mehr gibt, lässt die Bollemer die Nase rümpfen. Die Zeitspanne sollte länger sein.

Zu wenig Zeit

Im Generellen sieht man sich in Boll seitens der anwesenden Bürgerschaft und im Gremium mit der Frist – Eingabe in den Verwaltungsausschuss am 11. November und in den Gemeinderat am 18. November – stark an den Flächentausch mit dem Fürsten erinnert. Angesichts der Erinnerung daran und wegen der Abschaffung der Unechten Teilortswahl gegen das Votum von sieben Ortschaftsräten ist man vorsichtig geworden was solche Entscheidungen angeht.

Generell ganz positiv

So will der Bollemer Rat nächste Woche nochmal zusammenkommen und sich über seine Stellungnahme beratschlagen. Dazu soll auch ein Vergleich mit den alten, eigenen Vergaberichtlinien herangezogen werden. Der Vereinheitlichung steht man derweil angesichts der Rechtssicherheit im Ganzen positiv gegenüber.

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Jahre lang gilt man bei den neuen Vergaberichtlinien für Bauplätze als sogenannter Rückkehrer – und das gibt Bonuspunkt. Dem Ortschaftsrat Boll ist diese Frist aber zu kurz.