Ermittlungen wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs hat das Polizeirevier Sigmaringen eingeleitet, nachdem es am späten Dienstagabend in der Landeserstaufnahmeeinrichtung Sigmaringen, LEA, zu einer tätlichen Auseinandersetzung kam, bei der mindestens eine Person verletzt wurde.
Diskussion um ukrainische Geflüchtete Landrat Pauli fürchtet, dass die Stimmung kippt

Zollernalbkreis

Aggressive Menschenmenge

Die Beamten waren gegen 23.30 Uhr vom Sicherheitsdienst verständigt worden, dass auf dem Gelände ein Streit zwischen mehreren Personen im Gange sei. Bei Ankunft der ersten Einsatzkräfte stellten diese eine auf rund 100 Bewohner angewachsene Menschenmenge auf dem Freigelände in einer äußerst aggressiven Stimmung fest.

Ulm und Reutlingen eilen zu Hilfe

Erst durch Hinzuziehen weiterer Streifenwagenbesatzungen umliegender Polizeireviere und mit Unterstützung von Einsatzkräften der benachbarten Polizeipräsidien Ulm und Reutlingen sowie des Sicherheitsdienstes gelang es schließlich gegen Mitternacht, eine weitere Eskalation zu verhindern und die Beteiligten zurück in ihre Wohnungen zu drängen.

Ebingen

Wie die bisherigen Ermittlungen ergaben, war zuvor mutmaßlich ein Streit zwischen zwei Bewohnern um ein Mobiltelefon Auslöser des Konflikts, bei dem sich im weiteren Verlauf zwei Personengruppen unterschiedlicher Nationalitäten mit den Kontrahenten solidarisierten.

Messerstich am Oberarm

Dabei kam es zu vereinzelten tätlichen Auseinandersetzungen aus den Gruppen heraus. Im Rahmen des späteren Polizeieinsatzes wurde ein 27-jähriger Tunesier mit einer durch einen Messerstich verursachten Verletzung am Oberarm festgestellt. Der Mann wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr bestand nicht. Ein 44-jähriger Algerier, der vom Sicherheitsdienst dabei beobachtet wurde, wie er in der Menschenmenge mit einem Messer hantierte, wurde vorläufig festgenommen.
Ob er mit der Entstehung der Verletzung im Zusammenhang steht oder ob diese auf anderem Weg entstand, ist bislang nicht geklärt. Ungeachtet dessen steht gegen ihn auch der Verdacht des schweren Landfriedensbruchs im Raum, weswegen er auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hechingen im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden soll. Auf wie viele Beteiligte das Ermittlungsverfahren gegebenenfalls noch ausgeweitet werden muss ist ebenso Gegenstand der nach wie vor nicht abgeschlossenen polizeilichen Abklärungen wie die Rekonstruktion des genauen Geschehensablaufs.