Das Votum im Haigerlocher Gemeinderat am Dienstag war unmissverständlich: Die Frage, ob in Hart eine Kindergartengruppe mit 25 Betreuungsplätzen geschaffen und im Gegenzug für den Waldkindergarten ein zweiter Bauwagen angeschafft werden soll, wird nicht neu aufgerollt. Der Ortschaftsrat sowie auch zahlreiche Eltern in Hart hatten den Gemeinderat darum gebeten, den Kindergarten-Beschluss nochmals zu überdenken.

Gemeinderat hat schon im Mai abgelehnt

Der Rat lehnte das aber ab, nachdem er den Vorschlag der Verwaltung bereits im Mai mehrheitlich verworfen hatte. Die Begründung: In Haigerloch fehlten vor allem Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren (U3). In den sanierten Räumen in der Tannwaldstraße in Hart könne aber nur ein Regelkindergarten für Kinder ab drei Jahren (Ü3) eingerichtet werden. Mit der kurzfristigen Schaffung einer zusätzlichen Ü3-Gruppe im Kindergarten Gruol und vor allem mit dem geplanten Neubau eines gesamtstädtischen viergruppigen Kindergartens in Weildorf werde der Bedarf an Ü3-Plätzen abgedeckt.

Zunächst keine Investitionen in den Waldkindergarten

Hinzu kommt, dass die Räume in der Tannwaldstraße, die nach einem Wasserschaden für zirka 400 000 Euro saniert wurden, dem Waldkindergarten in Hart als Schlechtwetterquartier dienen. Würde eine Regelgruppe dort einziehen, bräuchte es dafür eine Ersatzlösung. Der integrierte Waldkindergarten – also mit Ausweichquartier– müsste in einen reinen Waldkindergarten umgewandelt werden. Dazu bräuchte es den zweiten Bauwagen sowie auch einen Stromanschluss für Heizung und Beleuchtung. Eine Hürde in dieser Planung war neben den Investitionskosten – allein 187 500 Euro für den Stromanschluss – auch das fehlende Grundstück. Verhandlungen mit der Interessensgemeinschaft „Obstbauanlage“ sind bislang gescheitert. Auch in der Sitzung am Dienstag konnte Harts Ortsvorsteher Thomas Bieger hierzu keine Fortschritte vermelden.
Biegers neuerlicher Appell, in der Tannwaldstraße eine Regelkindergartengruppe einzurichten, fand beim Gemeinderat am Dienstag kein Gehör. Bieger hatte auch nochmal vorgerechnet, dass die Stadt nirgendwo kostengünstiger und kurzfristiger Ü3-Betreuungsplätze schaffen könne als jetzt in Hart.
Auch neuerliche Appelle von Harter Eltern in der Bürgerfragestunde oder der Hinweis der Verwaltung, dass nicht nur Krippenplätze, sondern auch dringend Ganztagesplätze für Kinder ab drei Jahren benötigt werden, konnten den Gemeinderat nicht umstimmen. Ohne weitere Diskussion wurde abgestimmt und damit der Beschluss vom Mai bekräftigt.