Noch nie waren Inklusion und Integration so wichtig wie heutzutage. Die Gesellschaft driftet im dauerhaften Krisenmodus minusrekordmäßig auseinander. Betroffen sind vor allem diejenigen, die nicht unbedingt das Zeug dazu haben, um sich erfolgreich zu wehren. Was tun?! Auf jeden Fall: nicht nichts!
„Winterzauber“ auf der Burg Hohenzollern Zum Auftakt ein Selfie mit dem Prinzen

Burg Hohenzollern

Möglichkeiten, um für mehr Zusammenhalt zu sorgen, will der neue Verein „Downtown Hechingen“ schaffen. Der nimmt sich Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen, mit Beeinträchtigung an. Und ihm sind die Spenden der HZ-Leserinnen und HZ-Leser bei der Weihnachtsaktion „Gute Taten“ 2022 zugedacht. Und bevor jetzt alles außerhalb Hechingens aufhört zu lesen: „Downtown“ arbeitet im gesamten Zollernalbkreis!

Jetzt wird durchgestartet

Hand aufs Herz: Das mit den zwei Jahren Zwangspause mag man inzwischen nicht mehr hören und nicht mehr lesen. Deshalb nur noch dieses eine Mal: Auch die weihnachtliche Spendenaktion der Hohenzollerischen Zeitung, die seit vielen Jahrzehnten Tradition ist und von den Leserinnen und Lesern stets und stark unterstützt wird, war wegen der Pandemie abgemeldet. Wie die meisten anderen Zeitungen war auch die hohenzollerische Ausgabe der Überzeugung, dass die Menschen zu sehr mit den Virus-Folgen befasst waren. Und jetzt? Jetzt ist es einfach wieder Zeit geworden, um einer Initiative aus der heimischen Region wirksam, also finanziell, unter die Arme zu greifen. Selbstredend drücken die neu hinzugekommenen Krisen nicht allein aufs Gemüt, sondern insbesondere auch aufs Portemonnaie. Aber, und das wissen wir aus langjähriger Erfahrung, die Menschen, die es können, wollen trotzdem spenden. Wenn denn die Sache stimmig ist. Und das ist sie dieses Jahr ein weiteres Mal!

Weg mit den Mauern

Machen wir es kurz und schmerzhaft, um den Begriff Inklusion fehlerfrei zu definieren: Er bedeutet, dass Menschen mit Behinderung ihr Leben nicht mehr an vorhandene Strukturen anpassen müssen. Vielmehr ist die Gesellschaft aufgerufen, Strukturen zu schaffen, die es jedem Menschen – auch den Menschen mit Behinderung – ermöglichen, von Anfang an ein wertvoller Teil der Gesellschaft zu sein. Man kann es wie fast immer auch etwas einfacher sagen: Weg mit den Mauern zwischen Menschen mit und ohne Behinderung! Dem hat sich „Downtown Hechingen“ verschrieben. Gegründet worden ist der neue Verein, über den die HZ in der vorigen Woche erstmals berichtet hat, schwerpunktmäßig von Eltern mit Kindern, die anders sind als der Durchschnitt.
Das große Ziel von „Downtown Hechingen“ ist nichts anderes als eine inklusive Stadt. Aber hoppla, da muss nicht nur im Zollernalbkreis noch ganz, ganz viel gemacht werden – trotz aller bisherigen Fortschritte. Aber man kann ja mal anfangen. Man muss, würde Ulrike Kapala, die Vereinsvorsitzende, an dieser Stelle sofort verbessern.

Spielplätze runderneuern

Ein Anfang, das sind zum Beispiel sogenannte Kommunikationstafeln an Spielplätzen. Dabei geht es, so erläutert Ulrike Kapala, um leichte Sprache, unterstützte Kommunikation durch Gebärden und Symbole: Wie können Kinder, die wenig oder gar nicht sprechen können, mit „normalen Kindern“ in Kontakt treten?! Der Verein unterstreicht: „Das ist unserer Meinung nach barrierefrei.“ Mit den Tafeln, so darf man sich das als Laie mit etwas länger zurückliegendem Zivildienst vorstellen, ist schon mal ein Einstieg in die Kommunikation getan. Denn Kinder, egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung, sind so furchtbar neugierig. Mit etwas Glück wird der Bub oder das Mädchen mit Down-Syndrom dann nicht mehr nur heimlich angestarrt – man redet mit ihm oder ihr über die Täfelchen an den Spielgeräten. Ein Hoch auf diese dann voll umfänglich gelungene Inklusion! Dass die Tafeln nicht ohne Zustimmung hinkommen, versteht sich von selbst. „Downtown“ hat bereits ein Treffen mit dem Hechinger Bürgermeister vereinbart, bei dem es zudem um den überregional beliebten Schaukelpfad gehen soll. Man merkt: Der Verein ist zwar erst frisch geschlüpft, dahinter stecken aber Profis. Kein Wunder, denn Eltern mit behindertem Nachwuchs müssen das Leben ganz besonders gut managen. Man kann davon ausgehen, dass deshalb einem weiteren Projekt, der Bewerbung zusammen mit der Stadt Hechingen um einen inklusiven Spielplatz, Erfolg beschieden sein könnte. Noch eins von vielen weiteren Vorhaben: eine Kletterwand mit spezieller Neigung und großen Griffen.

Ganz viele sollen mitmachen

Bei allem gilt: Je mehr Menschen mitmachen, desto besser. Die Vereinsgründung hat in diesem Sinne bereits klare Zeichen gesetzt: Sie war sehr gut besucht, und es waren auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei, die nicht direkt betroffen sind, sondern allein wegen der Sache gekommen waren.
Die HZ-Weihnachtsaktion soll nun dazu beitragen, dass die gute „Downtown“-Sache möglichst rasch noch bekannter wird. Und wenn dabei ein Häuflein Spenden zusammenkommt, dann beschleunigt dies die Inklusion im Zollernalbkreis und darüber hinaus nur noch mehr. Es darf auch ein Haufen Spenden sein!

Info Die beiden Vorsitzenden von „Downtown Hechingen“ sind Ulrike Kapala (Hechingen) und Jasmin Jetter (Stellvertreterin, Bisingen). Mehr Infos über den Verein unter www.downtown-hechingen.de und auf der Instagram-Seite downtown_hechingen.

So unterstützt man die „Guten Taten“

Das Konto Fleißige Spenderinnen und Spender haben die Nummer bestimmt noch eingespeichert. Wenn nicht, muss nun halt leider gekritzelt werden. Die IBAN des Spendenkontos für die HZ-Weihnachtsaktion ist DE 20 6535 1260 0077 0400 00. Der BIC-Code der Sparkasse Zollernalb: SOLADES1BAL.
Bei Spenden bis zu 300 Euro braucht es keine Spendenquittung. Der Überweisungsbeleg reicht dem Finanzamt.