Die Schulsozialarbeit in Haigerloch wird aufgestockt. Der Gemeinderat befürwortete mehrheitlich die Schaffung einer zusätzlichen 50-Prozent-Stelle speziell für die vier Grundschulen im Stadtgebiet. Ein „Büro“ soll im Werkraum der Witthaugrundschule eingerichtet werden.

Schulleiterinnen melden dringenden Bedarf an

Auf den dringenden Bedarf hatten bereits in der Schulausschusssitzung am 28. März die Schulleiterinnen Susanne Schirmer (Wiesentalschule Gruol mit Außenstelle Owingen) und Susanne Kienzle (Witthauschule Haigerloch mit Außenstelle Trillfingen) aufmerksam gemacht.
Die Schulsozialarbeit in Haigerloch wird vom Erzbischöflichen Kinderheim Haus Nazareth, Sigmaringen, gewährleistet und ist derzeit mit 2,5 Stellen abgedeckt: Matthias Mühr und Franziska Lindner sind mit zwei vollen Stellen für die weiterführenden Schulen zuständig, Laura Schilling mit einer 0,5-Prozent Stelle für die Grundschulen. In der Gemeinderatssitzung schilderte Laura Schilling eindrücklich den hohen Termindruck und die vielen Fahrten zwischen den Schulstandorten.

Zuschüsse von Verband, Landkreis und Bund

Die Personalkosten für eine zusätzliche 50-Prozent-Stelle werden mit jährlich knapp 40 000 Euro beziffert. Aber im ersten Jahr wäre die Stelle für die Stadt Haigerloch quasi kostenfrei, zumal zusätzlich zu den Zuschüssen des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales (KVJS) Baden-Württemberg sowie des Landkreises mit jeweils 16 700 Euro ein einmaliger Bundeszuschuss aus dem Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ mit 76 000 Euro erwartet werden kann. Anträge können bis zum 31. Juli gestellt werden.

Warnung vor „uferlosem“ Stellenaufbau

Maik Haslinger und Walter Stocker (CDU) mahnten zur „Vorsicht“ bei der Schaffung neuer Stellen. Allein für die Kitas in der Stadt seien 22 neue Stellen zu schaffen, brachte Stocker in Erinnerung und stellte fest: „Das geht ins Uferlose“. Auch Haslinger warnte: „Nach dem ersten Jahr bleiben wir auf den Kosten sitzen.“ Manfred Pfeffer (FWV) verwunderte der Ruf nach mehr Schulsozialarbeit, wenn doch die Schülerzahlen seit Einführung derselben im Jahr 2010 eher gesunken seien.

Bürgermeister Götz: „Unsere Kinder brauchen diese Unterstützung“

Trotz der Einwände beschloss der Gemeinderat mehrheitlich die Aufstockung der Schulsozialarbeit für Grundschüler – wenn auch zunächst nur für die Dauer eines Schuljahres. Klaus Hell­stern (FWV) verdeutlichte die Notwendigkeit mit der Wortkette: „Wichtig, berechtigt, Kosten.“ Bürgermeister Heinrich Götz betonte: „Unsere Kinder brauchen diese Unterstützung.“