Die Verwendung Globaler Navigationssatellitensysteme (GNSS) ist – für viele Menschen unbewusst – ein fester Bestandteil ihres Alltags, zum Beispiel beim Verwenden von Apps auf dem Smartphone, bei der Navigation im Auto oder dem Freizeitsport „Geocaching“. In Rangendingen wurde nun ein neuer GNSS-Kontrollpunkt eingerichtet, anhand dessen die Genauigkeit dieser Ortungsdienste geprüft werden kann.

Azubis sichten Standort

Im Rahmen einer Projektarbeit bestimmten die auszubildenden Vermessungstechniker des Landratsamtes Zollernalbkreis, Alexander Acker und Max Burkhardt, einen neuen GNSS-Kontrollpunkt in Rangendingen.
Gemeinsam mit dem Rangendinger Bürgermeister Manfred Haug legten sie einen geeigneten Standort auf dem Marktplatz in der Ortsmitte fest.

Mit dem Handy es ausprobieren

Der GNSS-Kontrollpunkt befindet sich auf einem ausgedienten Vermessungspfeiler und wurde dort exakt vermessen. Die Koordinatenbestimmung erfolgte durch den Einsatz eines hochmodernen Satellitenempfängers und unter der Verwendung des Satellitenpositionierungsdienstes (SAPOS). Um die Genauigkeit zu steigern, wurden die Messungen zu unterschiedlichen Zeiten absolviert.

Und so funktioniert’s

„Um den Kontrollpunkt zu nutzen, müssen Smartphones mit einer App ausgestattet sein, die die Koordinaten des aktuellen Standorts in UTM oder Grad ausgeben können. Das Gerät muss dann mittig auf den Kontrollpunkt gelegt werden. Ist der Standort ermittelt, können die selbst gemessenen Koordinaten mit den Soll-Koordinaten verglichen werden“, erläutern die Auszubildenden die Funktionsweise. Im Zollernalbkreis gibt es bereits einen Kontrollpunkt: beim Landratsamt in Balingen.

Genauigkeit auf wenige Zentimeter steigern

Mit der Unterstützung des Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg wurden an einigen öffentlichen, gut zugänglichen Orten im Land zentimetergenau bestimmte Kontrollpunkte mithilfe des SAPOS angebracht. SAPOS ermittelt mithilfe sogenannter Referenzstationen Daten, mit denen geeignete GNSS-/GPS-Empfänger die Genauigkeit von ursprünglich mehreren Metern auf wenige Dezimeter bis hin zu Zentimetern steigern können.
Wer sein Gerät über die in der Plattenmitte aufgetragene Markierung des Kontrollpunkts hält, vergleicht die angezeigte Koordinate mit der auf der Platte angegebenen Sollkoordinate. Nicht selten treten hierbei große Differenzen auf; und gerade das wäre schlecht, wenn man unterwegs ist und „geocacht“.

Dort werden Interessierte fündig

Anleitung Die Koordinaten des Kontrollpunktes und eine Anleitung der Handhabung für das Smartphone sind für alle Interessierten frei zugänglich und direkt am Standort beschrieben. Ein Flyer mit weitergehenden Informationen kann bei der Gemeindeverwaltung Rangendingen kostenlos abgeholt sowie auf der Homepage des Zollernalbkreises heruntergeladen werden.