Beachtenswerte 100 Salatköpfe für die nächste Dorfhockete in Boll? Keine Frage! Für Ortsvorsteherin Meta Staudt erledigt Mirko Klein Altstedde mit seinem Gemüsebaubetrieb „Krautländer“ auch einen Sonderauftrag. Klein Altstedde besorgt den Salat aber nicht etwa im Großmarkt, er zieht ihn vor Ort heran, und zwar in den Gewächshäusern der ehemaligen Rosengärtnerei Wolf in Boll.
100 in Boll biologisch und bodenschonend gewachsene Salatköpfe, die im Stadtteil verspeist werden, ohne motorisierte Technik herangezogen und vom Produzent auf kürzestem Weg zum Konsument geliefert, das ist ein Paradebeispiel für das einfache und gleichermaßen überzeugende Konzept, nachdem Klein Altsteddes Gemüsebaubetrieb funktioniert.

Beruflicher Umsteiger

Dass er damit seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, spürten Bürgermeister Philipp Hahn und Ortsvorsteherin Meta Staudt sofort bei einem Besuch des Betriebs. In dem großen Gewächshaus, allerdings ohne das durch Hagel zerstörte Dach, zieht Klein Altstedde rund 45 Gemüsesorten heran, gedüngt ausschließlich mit Kompost und Pflanzenmasse. Der eigentliche Trick: Durch gezielte Bearbeitungsmethoden wird das Bodenleben so wenig wie möglich gestört. Zum Beispiel wird der Boden mit einer speziellen Hacke nur in den obersten zwei, drei Zentimetern gelockert und damit das Unkraut entfernt.

Eine richtige Pracht

Der Erfolg gibt ihm recht, das Gemüse wächst, dass es eine Pracht ist. Natürlich schrecken Schädlinge nicht vor dem schönen Gemüse zurück, aber auch da kennt Mirko Klein Altstedde, der sich sein großes Wissen um den Gemüsebau selbst angeeignet hat, vielerlei Mittel. Den lästigen Drahtwurm bekämpft er zum Beispiel mit Tagetes, deren Wurzeln für den Wurm giftig sind.

Resonanz ist überwältigend

Der noch junge Betrieb läuft gut. Bei einem Tag der offenen Tür für seine diesjährigen Kunden habe er eine überwältigende Resonanz erfahren, berichtet Mirko Klein Altstedde, der übrigens für nächstes Jahr noch Kunden annimmt. Bürgermeister Philipp Hahn war begeistert von der engagierten Persönlichkeit von Klein Altstedde – und von den leckeren Tomaten im angebotenen Gemüsekorb.

Alles selbst gezogen

Ein besonderes Auge hat der Gemüsebauer auf die Sortenauswahl, die Setzlinge werden ausschließlich aus Samen selbst gezogen, landschaftstypische Gemüsesorten werden gepflanzt, auch auf Wunsch der Kundschaft. Neben dem Gewächshaus zieht er Kartoffeln, Kraut und mehr auf mehreren Ackerflächen in Boll und Bisingen – auf Krautländern eben, wie es auch der Name des Betriebs verheißt.
Biologisch, nachhaltig, direkt vermarktet – Mirko Klein Altstedde hat seinen Traum in Boll wahr gemacht. Perfekt wäre es übrigens, er und seine Familie würden in Boll ein Haus zum Wohnen finden, dann könnte er mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Angebote nimmt Klein Altstedde gerne entgegen.

Nur für Abonnenten

Das Krautländer-Gemüse ist also den Abonnement-Kunden vorbehalten. Wer keinen solchen kennt und von diesem zu einem leckeren Gemüsegericht eingeladen wird, dem sei die Boller Dorfhockete empfohlen. Dort gibt es Krautländer-Salat.
Informationen finden sich im Internet unter www.krautlaender.de.

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Planungssicherheit durch Abonnenten

So funktioniert‘s Wie kommt der Kunde und die Kundin eigentlich an eine leckere Gurke, Rote Beete, Knoblauch und Co. aus dem Bollemer Gemüseparadies? Angelehnt an das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft, kalkuliert Mirko Klein Altstedde seinen Anbau entsprechend der Zahl seiner Mitglieder, oder besser gesagt seiner Abonnenten.
Eine Kiste Diese verpflichten sich, für ein Jahr während der Anbausaison zwischen Ende Mai und Ende Oktober wöchentlich eine Gemüsekiste zum Festpreis abzunehmen. „Der eine bekommt gut zu essen, der andere kann davon leben“, erklärt Mirko Klein Altstedde. Er braucht die Planungssicherheit, um das Gemüse effizient heranzuziehen.