Ganze vier Wochen dauerte es, bis der erste Kerzenhalter-Prototyp endlich fertig war: Die Juniorfirma „Artoxyd“ des Gymnasiums Hechingen stellt Schmuck und Kerzenständer aus Kunstharz her – und ihre Unikate erfreuen sich schon jetzt großer Beliebtheit.

Trend wird zum Konzept

Bereits seit geraumer Zeit erobert ein neuer „Do-it-yourself“-Trend die Herzen von Bastlern und Heimwerkern. „Resin Art“ heißt die Kunstharztechnik, die im Team um Michelle Lewandowski – der Firmenleiterin von „Artoxyd“ – so großen Anklang fand, dass sie zum Unternehmenskonzept wurde.

Auf Erfolgskurs

Tatsächlich brachten die Mädchen der Firma die Idee in den ersten Gruppenbesprechungen ein. Ihre männlichen Kollegen ordneten sich angesichts vielfältiger Gestaltungsmöglichkeiten des Kunstharzes bereitwillig unter. Und das mit Erfolg: Nach nur wenigen Verkaufsmöglichkeiten haben die Elftklässler schon mehrere hundert Euro Gewinn gemacht.

Verkauf in der Pause

Unterstützt durch den Fachbetreuer von Wirtschaft und WBS, Volker Mayer und „Junior expert“, stellt „Artoxyd“ Kettenanhänger, Ohrringe, Kerzenhalter und  Buchstaben-Schlüsselanhänger her, verkauft die Produkte in den großen Pausen und kümmert sich um Marketing und Finanzen. Neben der Firmenleiterin besteht das siebenköpfige Team aus Nick-Noah Neumann, Weronika Klos, Julianna Steiner, Meike Klett und Anna Golias.

Die Ziele sind hoch

Im Gespräch mit Marco Blankenhorn, Verantwortlicher der Marketing-Abteilung, wird deutlich, dass sich „Artoxyd“ hohe Ziele gesteckt hat: Mithilfe einer noch zu entwickelnden Strategie möchten die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer „so viel wie möglich“ einnehmen und sich von den durch Corona überschaubar gewordenen Verkaufmöglichkeiten nicht aufhalten lassen.

Weihnachten grüßt

Im Vorfeld hatten sie sich bei drei Weihnachtsmärkten beworben, jedoch immer wieder Absagen erhalten, bedauert der Elftklässler. Inzwischen hat sich das Thema ja von alleine erledigt. Allerdings würden die Produkte, die sich jeweils in einem Preissegment zwischen drei und 6,50 Euro befinden, trotzdem als Weihnachtsgeschenke angenommen. Laut Marco Blankenhorn spreäche „Artoxyd“ vor allem Schüler von der 5. bis zur 7. Klasse an.

Man diskutiert noch

Dies sei gleichzeitig einer der Hauptgründe dafür, dass nur wenig Konkurrenz zwischen „Artoxyd“ und der anderen Juniorfirma des Gymnasiums, der Weinregale aus Paletten herstellenden „Wood‘n’Wine“, herrsche. Im Gegensatz dazu komme es eher innerhalb der Juniorfirma zu Diskussionen, die auf eine recht ungleiche Arbeitsverteilung zurückzuführen seien.

Produktion ist belastet

So müsste das Arbeitsmaterial, also Harz, Glitzer und Formen, online bestellt werden, bevor mit dem Befüllen der Formen und der Bearbeitung des Harzes begonnen werden könne. Nach einer Trocknungszeit von zwei Tagen wären die Produkte, die auch nach individuellen Wünschen in Auftrag gegeben werden können, bereit für den Verkauf. Dieser Produktionsprozess, dessen Materialkosten lediglich 25 Prozent des Verkaufspreises entsprächen, belaste jedoch die Produktion: Während sich alle Beteiligten lediglich drei Stunden pro Woche treffen würden, müsse die Produktionsabteilung alle zwei bis drei Tage zusammenarbeiten. Doch Marco Blankenhorn ist sich sicher: Hierfür wird auch bald eine Lösung gefunden.

Einsatz und Herzblut

„Ich finde es sehr cool, dass es so vielen Leuten gefällt“, betont der Gymnasiast. Er hoffe, dass die anfängliche Begeisterung für „Artoxyd“ und ihre Kunstharzprodukte anhalte. Denn schließlich ersetzt die Gründung einer solchen Juniorfirma nicht nur eine mündliche Prüfung im Abitur, sondern fordert von allen Mitgliedern vollen Einsatz, Herzblut und ständige Optimierung.