„Bei einer internen Nachbearbeitung wurde festgestellt, dass seit Beginn der Pandemie bei 56 Todesfällen die Todesursache Covid versehentlich nicht angegeben wurde“, heißt es wörtlich in der Pressemitteilung des Zollernalb-Klinikums. Die Todesursache mit der Hauptdiagnose Covid sei bei den betroffenen Fällen nun korrigiert und beim Gesundheitsamt nachgemeldet worden. „Das Zollernalb-Klinikum bedauert dieses Versäumnis und bittet um Verständnis“, schreiben die Krankenhaus-Verantwortlichen.

Zollernalbkreis

Als Grund für die nicht ergangenen Covid-Meldungen nannte Klinikumssprecherin Beate Fleiner auf Nachfrage „das komplizierte und im Laufe der Pandemie immer wieder einmal veränderte Meldeverfahren“. Nimmt man die jetzigen Nachmeldungen hinzu, sind im Zollernalbkreis seit Beginn der Pandemie 261 Corona-Tote zu beklagen.
Derweil hat das Klinikum am Donnerstag an anderer Stelle einen Teilerfolg erzielt. Die bundesweiten Proteste von Kliniken hat wohl mit dazu geführt, dass Klinikumpersonal nicht, wie ursprünglich angedacht, täglich einen Coronatest unter Aufsicht oder bei einer offiziellen Teststelle vornehmen muss, sondern lediglich dreimal die Woche.

Brandbrief hat Erfolg

In einem Brandbrief an hiesige Bundestagsabgeordnete hatten die Verantwortlichen des Zollernalb-Klinikums den Zeitaufwand und die hohen Kosten bei täglichen Tests ins Feld geführt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Robin Mesarosch hatte dem Klinikum am Donnerstag noch vor der Abstimmung über die neuen Corona-Regeln mitgeteilt, dass er verstehe, dass die angesprochene Maßnahme Ihren Krankenhausbetrieb belaste. „Auch wenn die Drei-Tage-Regelung nicht Ihre Forderung komplett erfüllt, so hoffe ich, dass es Ihnen doch entgegenkommt.“
Gleichwohl kündigte er an, der Änderung des Infektionsschutzgesetzes, das aus einer Menge Maßnahmen besteht, am Donnerstag zuzustimmen. „Unter den vielen neuen Maßnahmen sind auch solche, die ich kritisch sehe. Darunter sind aber auch solche, und das ist die überwältigende Mehrheit, die wichtig sind für den Schutz von uns allen in dieser Pandemie.“