Die Adventszeit ist immer ein bisschen auch die Zeit der Sehnsüchte. Was wir Menschen begehren? Das ist sehr individuell! Manche mögen’s… (nein, nicht heiß) lärmend laut um sich herum, drängen sich gerne durch überfüllte Innenstädte und Massen von Weihnachtsmarktbesuchern; andere nennen die Stille die größte Offenbarung (Laotse)… und ziehen sich bewusst zurück in die eigenen, heimeligen vier Wände. Wieder andere verlangt es mal nach dem prallen Leben, volle Pulle… nach ganz großer Gesellschaft – um sich im nächsten Moment wieder selbst genug zu sein.
Ganz oft gibt bei diesen höchst widerstreitenden Empfindungen das ganz normale (Alltags-) Leben den Takt vor. Ist das Stresslevel hoch, lechzt man nach Ruhe; plätschern die Tage so dahin, tut ein bisschen Unruhe gut – die selbstgewählte!
Nie aus den Augen verlieren sollte man dabei die innere Balance. Sie hält uns in der gesunden Mitte. Und gibt uns Kraft fürs Ausleben anderer, neuer Sehnsüchte. Oder zumindest den Glauben daran, denn (und frei nach Arthur Schnitzler): Die Sehnsucht ist es, die unsere Seele nährt – nicht die Erfüllung.