Das war‘s also mit dem Traum der deutschen Fußballfans von einem Adventsmärchen. Bei allen, die dem Flick-Team bis zuletzt die Daumen gedrückt haben, ist die Enttäuschung groß. Für viele Menschen war das Fußballgucken doch eine willkommene Abwechslung in diesen tristen Dezembertagen.
Und doch hat das frühen Ausscheiden der Schwarz-Rot-Goldenen zweifellos auch sein Gutes. Die bundesrepublikanische Gesellschaft braucht sich nicht länger über die Frage zu streiten, ob man bei diesem Katar-Kick nun zuschauen sollte oder nicht. Ein gewisses Spaltpotenzial war ja schon offenbar geworden. Die unverdrossenen Zugucker fühlten sich von der Moralkeule der Boykotteure unter Druck gesetzt, die Katar-Abstinenten wiederum bekamen‘s mit der Doppelmoralkeule zurück – nach dem Motto: Was klagt ihr über Menschenrechtsverletzungen, das Gas nehmt ihr doch auch.

Politische Schande trifft sportliche Schmach

Nein, noch mehr Stoff für das Gerede von der gespaltenen Gesellschaft braucht es wahrlich nicht. Da passt es doch irgendwie schon, dass die politische Schande dieser Weltmeisterschaft und die sportliche Schmach zusammengekommen sind. Die um den Adventskranz vereinte Nation könnte sich eigentlich wieder einig werden: Es war halt so rein gar nix klar in Katar.