Bei herrlichem Sommerwetter gab es am Mittwochabend im Madertal nur strahlende Gesichter, denn die Selbsthilfegruppe „Das Zahnrad“ ist Wirklichkeit geworden. Initiatorin Friederike Eibach und ihr Team durften von zahlreichen Gäste viel Anerkennung und Aufmunterung erfahren.
Mit der Geschichte von „Hannes Beinlos“ verdeutlichte die Mutter der Initiatorin, Bergith Eibach, um was es der Selbsthilfegruppe geht: die Erfahrung des Ausgegrenztseins, wie sie Menschen mit Behinderungen und auch Angehörige von Behinderten tagtäglich erfahren müssen. Die Arzthelferin Friederike Eibach, selbst Mutter einer schwerbehinderten Tochter, stellte sich und die Idee, die hinter der neuen Selbsthilfegruppe steckt (wie berichteten), den Gästen nochmals vor. Das „Zahnrad“ soll eine Anlaufstelle für Hilfe, Begegnung und Austausch sein. Es gehe aber auch um ganz praktische Hilfe, etwa bei Anträgen und Formularen. Den Anwesenden wurde ein augengesteuerter Computer vorgeführt. Besonders freute sich Eibach, dass das „Zahnrad“ bereits einige Firmen als Sponsoren gewinnen konnte.
Stettens Ortsvorsteher und Stadtrat Konrad Wiget begrüßte die Gründung der Selbsthilfegruppe als Gewinn für das Gemeinwesen der Stadt Haigerloch und darüber hinaus. „Es ist gut und wir sind froh, dass Friederike Eibach und ihr Team den Mut zu diesem Schritt hatten“, so Wiget.
Rechtsanwalt Michael Ashcroft, welcher der Selbsthilfegruppe Räume in seine Kanzlei im Madertal zur Verfügung stellt, nannte die „Zahnrad“-Gründung „bedeutungsvoll“. Durch die Initiative werde intensiver und breit gefächerter Erfahrungsaustausch zwischen pflegenden Angehörigen ermöglicht. Der Bedarf sei enorm, das habe die Initiatorin erkannt Menschenwürdige Pflege stelle Betroffene, völlig unabhängig vom Alter, jeden Tag vor neue Herausforderungen.
Während des Gründungsfestes wurde zu Gunsten von „Zahnrad“ ein Herz versteigert, das die Künstlerin Claudia Schütze aus Weildorf für die Gruppe gestaltet hatte und am Schluss der Veranstaltung eine stolze Besitzerin bekam.