In der Mitgliederversammlung  des Synagogenvereins am Montag galt ein Gedenken dem vor knapp einem Jahr verstorbenen Vorsitzenden Klaus Schubert. 17 Jahre stand er dem Gesprächskreis vor. „Er fehlt hinten und vorne“, stellte 2. Vorsitzende Gisela Schumayer fest. Schubert habe Führungen organisiert, sich um Förderanträge gekümmert und vor allem Kontakte zu den Schulen, zum Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb, zur Landeszentrale für politische Bildung, zum Haus der Geschichte Baden-Württemberg, sowie zu ehemaligen jüdischen Mitbürgern und deren Nachkommen gepflegt. Auch Heinz Gaus aus Trillfingen und anderer verstorbener Mitglieder wurde gedacht.
Den Tiefpunkt nach dem überraschenden Tod des Vorsitzenden hätten die Vereinsmitglieder durch Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung überwunden, stellte Gisela Schumayer fest. Sie dankte dafür allen Mitgliedern und auch dem Gedenkstättenverbund, vertreten durch Geschäftsführer Martin Ulmer.
Schriftführerin Margarete Kollmar umriss das „Lebenswerk“ von Klaus Schubert, der sich 30 Jahre um die jüdische Geschichte Haigerlochs bemüht und seine Arbeit im Verein immer unter dem Gesichtspunkt des Erinnerns, Gedenkens und des Lernens der Lebenden für die Zukunft gesehen habe. Nach dem Tod des Vorsitzenden sei es nicht einfach gewesen, die vielen Aufsichtsstunden in der Dauerausstellung in der ehemaligen Synagoge abzudecken. Inzwischen habe man erfolgreich Jugendliche in die Schichten integrieren können. Die Ausstellung wurde von 1688 Besuchern besucht, was ein leichter Rückgang ist.
An eine Vielzahl von Veranstaltungen wurde im Jahresrückblick erinnert: In der Synagoge gab es drei Filmabende. gezeigt wurden „Die Schüler der Madame Anne“, „Im Himmel unter der Erde“ und „Wiedersehen mit Brundibar“. Claudia Sailer, Robert Frank und Margarete Kollmar boten interessante Themenführungen an. Vor der Synagoge wurde der Israelsonntag gefeiert und am Gedenktag an die Pogromnacht die Wanderausstellung „Ertragen können wir sie nicht – Martin Luther und die Juden“ eröffnet. Zum laufenden Betrieb gehören auch Führungen in der Synagoge, an denen unter anderem 37 Schulklassen und Gruppen, darunter auch Rotarier aus Baden-Baden, teilnahmen. Im Oktober hatte der Verein Besuch von drei Generationen der Nachfahren von Siegfried Bernheim, die in Uruguay leben.
Viola Faiß berichtete über ihre pädagogische Arbeit mit Vorschulkindern und Schulklassen, den erfolgreich eingeführten Familientag und das Kinderkino. Dieses Jahr soll es an Pfingsten zusätzlich einen Bücherflohmarkt und eine Ausstellung von Linolschnitten zu den Symbolen auf  jüdischen Grabsteinen geben.
Laut Schatzmeister Roland Hönisch entwickeln sich die Finanzen des Vereins durch die Basisförderung des Landes und Spenden gut. Die Schulden vom Synagogenumbau seien vollständig abgebaut. Kassenprüfer Robert Breinig bescheinigte eine tadellose Kassenführung.
Bei den Wahlen wurde Rektor a. D. Helmut Opferkuch zum Vorsitzenden gewählt. Er will im Sinn von Klaus Schubert weiterarbeiten. Stellvertreterin bleibt Gisela Schumayer, Schriftführerin Margarete Kollmar und Schatzmeister Roland Hönisch.  Beiratsmitglieder sind Robert Frank, Margit Klingler, Manuela Wannenmacher, Wilfried Selinka und neu Mechthild Fingerle, Kassenprüfer Konrad Wiget und Robert Breinig.