In dem Verfahren der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ulm, in dem einem ehemaligen US-Soldaten vorgeworfen wird, er habe im Jahr 1985 versucht, eine damals 29-Jährige zu töten, um eine Vergewaltigung zu verdecken, wird das Urteil am Dienstag, 8. November, um 11 Uhr verkündet.
Das Landgericht hat in dem Verfahren über eine Anklage der Staatsanwaltschaft Ulm vom 6. Juli gegen einen 65-jährigen Angeklagten zu entscheiden.

Mit vorgehaltenem Messer in Park gezerrt

Der damals 28-Jährige soll in einer Nacht im Oktober 1985 in Göppingen eine damals 29-Jährige überfallen, ihr ein Messer vorgehalten und sie in eine Parkanlage gezerrt haben. Dort soll er sie mehrfach vaginal und anal vergewaltigt haben, wobei er sie währenddessen andauernd gewürgt und geschlagen haben soll. Schließlich soll sich der Angeklagte entfernt haben. Die 29-Jährige sei am Tatort liegen geblieben und habe sich aus Angst bewusstlos gestellt. Nach etwa fünf Minuten sei der Angeklagte ausgerüstet mit einem 34 Zentimeter langen und drei Zentimeter dicken Ast zurückgekehrt. Laut Anklage soll er der 29-Jährigen damit dreimal mit aller Kraft auf den Kopf geschlagen haben, um sie zu töten. Er habe dadurch verhindern wollen, dass seine Tat aufgedeckt wird. Der Angeklagte sei erneut weggegangen und die Geschädigte habe sich tot gestellt.

In Straßengraben geworfen und mit Laub bedeckt

Nach etwa zehn Minuten sei der Angeklagte zurückgekehrt und habe die Frau in der Annahme, sie sei tatsächlich tot, in sein Auto geschleppt. Dann soll er sie in einer Entfernung von etwa 6,5 Kilometern vom Tatort in einen Straßengraben geworfen und mit Ästen und Laub bedeckt haben. Nachdem der Angeklagte sich endgültig entfernt habe, sei es der 29-Jährigen gelungen, sich beinahe nackt und blutüberströmt zu einem Anwesen in der Nähe zu schleppen, von wo aus die Polizei verständigt worden sei. Die Frau habe einen zweifachen Rippenbruch, einen Trommelfellriss, eine Platzwunde an der linken Schläfe, Würgemale sowie Schwellungen und Schürfungen erlitten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord vor. Eine Verfolgung wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung ist nicht mehr möglich. Diese Delikte sind verjährt. Der Angeklagte, der damals als Angehöriger der US-Streitkräfte in Göppingen stationiert war, soll über einen DNA-Treffer als möglicher Täter identifiziert worden sein. Er wurde aus den USA ausgeliefert und befindet sich in Untersuchungshaft.