Es gibt keinen Grund, Angst vor Hornissen zu haben, teilt unser Leser Hans-Jürgen Allmendinger aus Uhingen mit. Zum Beweis hat er Fotos eines prächtigen Hornissennestes an seinem Haus gemacht und berichtet, dass die Tiere absolut friedlich seien, selbst wenn sich mal eines in die Wohnung verirrt.
Unlängst wurden Wanderer beim Uracher Wasserfall von den Riesenwespen attackiert, so berichteten Medien. Doch das lag nach Allmendingers Überzeugung daran, dass die Insekten gereizt waren, weil ihr Nest zuvor von Jugendlichen zerstört worden war.
„Ich möchte die Furcht vor den Riesenwespen nehmen“, schreibt Hans-Jürgen Allmendinger. „Diese haben vor circa drei Wochen einen hölzernen Nistkasten direkt bei unserer Terrasse besetzt und nach ihren Vorstellungen umgestaltet“, berichtet er. „Das heißt, sie haben das Einflugloch verkleinert und den Boden durchgefressen“.
Mit dem frei werdenden Material haben sie nach unten in verschiedenen Bauabschnitten einen Anbau errichtet. Dieser habe mehrere Etagen für Waben und viele getrennte Zugänge. Dort sitzen Wächter, berichtet der Uhinger weiter, die pausenlos mit den Flügeln schlagen, um Luft in den Eingang zu blasen.
Stetig kommen dann Hornissen mit Baumaterial und Insekten als Beute. „Wir haben sehr schnell festgestellt, dass unsere neuen Nachbarn vollkommen friedlich sind und von uns oder unserem Essen auf der Terrasse überhaupt nichts wollen“, versichert Allmendinger.
„Wir empfinden ihre Anwesenheit inzwischen als Bereicherung. Es kommen zu unseren Essen auf der Terrasse keine Wespen mehr, und deren große Verwandte lassen uns beim Nestbau zuschauen“, haben die Allmendingers festgestellt. „Inzwischen lassen sie uns bis auf 70 Zentimeter an das Nest. Kommt man nach ihrem Gefühl zu nahe, schwirren ein oder zwei der Wächter los und umkreisen einen. Der Wind ihrer Flügel und der Sound ist dann so beeindruckend, dass man diese Warnung versteht. Es reicht dann aber ein Schritt zurück und die Wächter kehren zum Nest zurück.“
Allerdings sind Hornissen nachtaktiv. Sobald ein Fenster geöffnet ist und Licht innen brennt, schauen sie rein und suchen nach Nachtfaltern. Aber das sei eigentlich kein Problem: „Meistens verschwindet die Hornisse wieder, wenn man das Außenlicht ein- und innen das Licht ausschaltet“, so der Uhinger. „Ansonsten sind sie nach mehreren Kreisen um das Licht so erschöpft, dass man sie mit einem großen Glas und einem darüber gehaltenen Stück Pappe aufnehmen kann.“
Er selbst sei dabei noch nie angegriffen worden. Allerdings sei zu beachten, dass beim Freilassen am Fenster oder an der Haustüre innen kein Licht brennt. Sie dreht sonst gleich wieder um. Hans-Jörg Allmendinger hat einmal sogar eine Hornisse wieder mit hereingetragen, die auf seinem Arm saß. Weder hat er das gleich bemerkt, noch ist er gestochen worden. Sein Appell lautet daher: „Also, beim nächsten entstehenden Hornissennest nicht nach der Feuerwehr rufen, sondern Foto und Fernglas bereitlegen und sich auf eine spannende Zeit freuen.“