Das große Festzelt, das zusammen mit dem angrenzenden Biergarten bis zu 3000 Menschen Platz bietet, steht bereits neben der EWS-Arena. Auch bei einigen Fahrgeschäfte ist der Aufbau in vollem Gang. Der Maientag wirft sichtbar seine Schatten voraus. Zum ersten Mal in der Geschichte des traditionsreichen Festes können die Rummelplatzbesucher und Bierzelt-Freunde fünf Tage in Folge dem bunten Treiben frönen. Denn nach dem NWZ-Blasmusikfestival am Mittwochabend geht es auch am Himmelfahrtstag (Donnerstag) nahtlos weiter bis zum Feuerwerk am Montagabend.

Fünf Tage in Folge Maientag

Die Stadt freue sich, dass es gelungen sei, für die kommenden Jahre Maientagstermine zu finden, „die den Interessen und Bedürfnissen der Beteiligten wie Schulen, Festwirt, Vergnügungspark-Unternehmern und so weiter unter einem Hut gerecht werden“, erklärte Olaf Hinrichsen, Pressesprecher der Stadt. Vor zwei Jahren sah das noch anders aus. Auch damals fand das Blasmusikfestival am Mittwochabend statt, Rummel und Bierzelt blieben aber am folgenden Feiertag zu, bevor es am Freitag weiter ging. Das habe in der Bevölkerung für „Irritationen und Unverständnis“ gesorgt, so Hinrichsen. Deshalb habe die Maientags-Kommission ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung beschlossen, 2019 und 2022 den Vergnügungspark inklusive Festzelt auch am Donnerstag öffnen zu lassen.

Maier: Kosten steigen in allen Bereichen

Karl Maier, der seit Jahrzehnten mit seiner Firma Göckelesmaier das Maientags-Festzelt betreibt, lässt keinen Zweifel daran, dass auch er dabei ein Wörtchen mitgeredet habe. Denn aus wirtschaftlichen Gründen lasse sich der extrem aufwendige Aufbau und Betrieb eines mit viel Technik ausgestatteten Zeltes sonst nicht mehr stemmen. Ein Tag Pause sei „aus wirtschaftlichen Gründen nicht tragbar“. Die Kosten steigen und steigen in allen Bereichen, so beschreibt es Maier. Das gelte vom Fuhrpark bis zur Gema-Gebühr. „Wenn man als Stadt dann eine gute Partnerschaft seit mehr als 30 Jahren hat und sich nicht um das Festzelt kümmern muss, dann kann man auch mal ein Zugeständnis machen“, findet Karl Maier.

Konkurrenz zu Vatertags-Festen?

Allerdings sei er gespannt, wie der Feiertag vom Publikum angenommen wird, sagt der Festwirt. Und die Pressestelle der Stadt beugt den Befürchtungen, dass der Maientagsrummel zu Lasten anderer Vereinsfeste im Kreis gehen könnte, gleich einmal vor: „Vergnügungspark und großes Festzelt unterscheiden sich erheblich von den Vatertags-Aktivitäten der Vereine etc. und zielen überwiegend auf ein anderes Publikum. Von daher ist das Gelände an der EWS-Arena nicht vorrangig als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung zum Vatertags-Angebot zu sehen.“

Wer zum Maientag pilgert, den erwartet ein aufwendiger Vergnügungspark und im Festzelt Show und Musik.

Weitere Neuerung: Mindestverkehr im Bierzelt

Noch eine Neuerung gibt es: Am Freitag und am Samstagabend ab 17 Uhr werde ein Mindestverzehr im Bierzelt eingeführt, kündigt Maier an. Nur wer Bons im Wert von zehn Euro kauft, kommt rein. Der Bierpreis steigt, von 8,50 auf 8,70 Euro für die Maß. Auch dafür macht Maier die galoppierenden Kosten verantwortlich. Das seien aber immer noch zwei Euro weniger als auf dem Cannstatter Wasen. Sein Festzeltbetrieb bemühe sich beim Maientag um „volkstümliche Preise“, sagt Maier, macht aber kein Hehl daraus, dass wohl im nächsten Jahr die 9-Euro-Marke überschritten werde.

Umzug: Strecke doch nicht gekürzt

Während der Rummel auf Expansionskurs ist, war für den traditionsreichen Umzug am Samstagmorgen bei der Wegstrecke  eine Schrumpfkur angedacht. Doch der Gemeinderat verhinderte, dass die Strecke um mehr als die Hälfte gestutzt wurde, wie es die Maientagskommission beschlossen hatte. Die Kehrtwende habe bei der Stadt einen Mehraufwand ausgelöst, aber keine Probleme verursacht, heißt es. Trotz der vielen Baustellen in der Stadt kommen Teilnehmer auch mit Fahrzeugen und Gespannen überall gut durch, so die Einschätzung. Am Marktplatz wird es zusätzliche Tribünen geben.

Sperrung der Nördlichen Ringstraße

Mehr als eine Woche Bereits ab Montag, 27. Mai, wird der Abschnitt der Nördliche Ringstraße zwischen Mozart- und Lorcher Straße gesperrt, der Busverkehr umgeleitet und eine Ersatzhaltestelle an der Lorcher Straße Höhe Römerstraße installiert. Dies ist notwenig, da in diesem Jahr die Nördliche Ringstraße wieder in das Festgelände einbezogen wird. Die Sperrung dauert bis zum 4. Juni an.

Die Buslinien in das Wohngebiet „Reusch“ werden während der Sperrung innerhalb des Gebiets umgeleitet. Nicht alle Haltestellen können deshalb bedient werden. An nicht bedienten Haltestellen werden Hinweise auf die nächstliegende Haltestelle angebracht.