Wie die Polizei mitteilt, rief ein Passant in Weinstadt am Samstag gegen 8.40 Uhr den Notruf an. Er hatte am Altkleidercontainer auf dem Parkplatz der Prinz-Eugen-Halle in der Rebenstraße eine leblose Person vorgefunden. Ein Notarzt war wenige Minuten später vor Ort, konnte aber nur noch den Tod der Frau feststellen.

Die Polizei geht von einem Unfall aus

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass die 26-jährige Frau in den Container steigen wollte, um Altkleider herauszunehmen. Dabei sei sie dann in der Abladeklappe des Containers stecken geblieben und habe sich nicht mehr selbstständig befreien können. Die Kriminalpolizei ermittelt. Bislang gibt es keine Hinweise auf eine Fremdbeteiligung am Tod der Frau.
Ähnliche Vorfälle gibt es bundesweit immer wieder. Im vergangenen Sommer etwa war eine 25-Jährige in Großostheim bei Aschaffenburg ums Leben gekommen. Auch sie hatte versucht Altkleider aus einem Container zu holen und war kopfüber in der Einwurfklappe stecken geblieben.
In Düsseldorf war ein 41-Jähriger auf ähnliche Weise ums Leben gekommen. In Braunschweig hatte ein Mann 2019 versucht, einen Beutel aus dem Container zu holen. In dem Beutel war sein Wohnungsschlüssel, den er wohl versehentlich hineingeworfen hatte. Er kam mit Verletzungen in ein Krankenhaus und starb dort.

Verbände warnen vor der Gefahr

Wohlfahrtsverbände kennen die Problematik. Deswegen gibt es auf einigen Containern im Südwesten Piktogramme, die vor der Gefahr warnen sollen. Auch der Container in Weinstadt war laut Polizei mit so einem Hinweis versehen. Nach Angaben des Roten Kreuzes in Baden-Württemberg seien solche Piktogramme in dem Bundesland nicht obligatorisch. In Bayern hingegen wurden die Hinweise auf die rund 4100 Container angebracht.
Das Bayerische Rote Kreuz wies darauf hin, dass es für Bedürftige keine Notwendigkeit gebe, Altkleider aus Containern zu fischen. „Die aufbereitete Kleidung wird an den Ausgabestellen für Bedürftige entweder kostenfrei oder zu einem sehr niedrigen Preis bereitgestellt“, sagte ein Sprecher.
Auch ein aus Versehen in den Container geworfener Schlüssel oder anderer Wertgegenstand müsse nicht unter Lebensgefahr herausgeholt werden. „Auf den Containern sind Rufnummern - spätestens am nächsten Tag hat man den Schlüssel oder Geldbeutel wieder.“