Karen Straubmüller freut sich, sie strahlt. Die leitende Koordinatorin des ambulanten Kinderhospizdienstes der Malteser Göppingen darf von Klaus Felsch und Helga Cardenas eine Spende über 2025 Euro entgegennehmen.
Es ist der Erlös eines Stands auf dem Bad Boller Weihnachtsmarkt, den die katholische und die evangelische Kirchengemeinde erstmals gemeinsam bestückt und besetzt haben. „Es gibt immer weniger Ehrenamtliche“, berichten die beiden Kirchengemeindevertreter. „Also haben wir beschlossen, die Kräfte zu bündeln.“

Gutsle und Rumschnitten

Gutsle, Rumschnitten, Stollen, Rumkugeln, Früchtebrot, über 70 Gläser Marmelade, Adventskerzen, gestrickte Socken und Waffeln – alles gespendet – gingen über den Tresen und brachten die stolzen 2025 Euro ein. „Ein großer Teil der verkauften Plätzchen wurde von den Firmlingen gebacken, die viel Spaß zusammen hatten“, erzählt Klaus Felsch stolz.
Über die Frage, wohin das eingenommene Geld gespendet werden soll, war man sich schnell einig. „Wir wollten als Ehrenamtliche das Ehrenamt unterstützen.“ Karen Straubmüller freut sich riesig über den großen Betrag. „Obwohl unser Kinder- und Jugendhospizdienst von einer großen Zahl an Ehrenamtlichen getragen wird, sind wir auf Spenden angewiesen“, erklärt sie. „Wir benötigen Räume, haben Kosten für Referenten, Qualifizierungskurse, Supervision und Material für die Trauergruppen. Es ist uns wichtig, unsere Angebote kostenfrei zu halten, denn Begleitung darf nicht an finanziellen Mitteln scheitern.“

30 ehrenamtliche Hospizbegleiter

Den für den ganzen Landkreis Göppingen zuständigen ambulanten Hospizdienst gibt es seit 2009. Im Moment betreuen 30 ehrenamtliche Hospizbegleiter Familien mit Kindern und Jugendlichen, die eine lebensverkürzende Krankheit haben.
Sie unterstützen überall, wo Hilfe nötig ist und sind Gesprächspartner für die erkrankten Kinder und Jugendlichen, aber auch deren Eltern, Geschwister und Freunde. „Die Begleitung ist unabhängig von Nationalität und Konfession“, betont Straubmüller und erklärt: „Wir sehen uns als Lebensbegleitung. Die Ehrenamtlichen sind zum Teil Monate und sogar Jahre in der Familie, denn die Begleitung beginnt ab der Diagnose und nicht erst in der letzten Lebensphase. Einige Kinder werden auch gesund. Das ist dann das größte Geschenk.“

Die Begleitung ist sehr individuell

Karen Straubmüller und ihre Kollegin Diana Unold sind diejenigen, die Familien und Ehrenamtliche zusammenbringen. „Wer passt zu wem, was ist gewünscht, was nicht? Die Begleitung ist sehr individuell und veränderbar. Wir sind mit den Familien und den Ehrenamtlichen in ständigem Austausch und immer erreichbar. Einmal monatlich treffen sich die Hospizbegleiterinnen und -begleiter zum Austausch und zur Supervision.“
Neben dem ambulanten Hospizdienst werden auch Trauergruppen mit qualifizierten Trauerbegleiterinnen und -begleitern angeboten. Die Kindertrauergruppe ist Anlaufstelle für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, die den Verlust naher Angehöriger oder liebgewonnener Menschen erleben mussten. Hier können sie ihrer Trauer mit allen Sinnen Ausdruck verleihen und in einem geschützten Rahmen mit anderen teilen. In inhaltlich aufeinander aufbauenden Gruppentreffen erfahren die Kinder Stärkung, Freude und wie sie neue Kraftquellen schöpfen
können.

Jugendliche in ihrem Trauerprozess unterstützen

Die Jugendtrauergruppe ist für Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren gedacht. Ziel ist, die Jugendlichen in ihrem natürlichen Trauerprozess zu stützen und zu begleiten. Des Weiteren gibt es die Trauergruppe für verwitwete Mütter und Väter. Wenn man mitten im Leben den Partner verliert und die Kinder gleichzeitig ein Elternteil, gerät das Familiensystem aus dem Gleichgewicht. Die Kinder müssen versorgt, der Alltag irgendwie aufrechterhalten werden. Die eigene Trauer hat oft keinen Raum und wird häufig zurückgestellt.
Die Gruppe bietet Gelegenheit, Erfahrungen und Bedürfnisse auszutauschen. „Es entstehen oft auch Freundschaften“, erzählt Straubmüller, aber sie weiß auch: „Nicht jeder möchte in eine Gruppe, deshalb bieten wir auch Einzeltrauerbegleitung an.“

Info Wer möchte die Arbeit des Hospizdienstes unterstützen? Spendenkonto: DE05 6105 0000 0000 0666 42, Stichwort Kinderhospizdienst