Die Kurve zeigt weiter nach oben: Am Mittwoch meldete das Gesundheitsamt im Landkreis 139 neue Corona-Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg  vom bisherigen Höchststand 282,9 leicht auf 283,3. Am Mittwoch wurde kein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus registriert, innerhalb der vergangenen Woche sind aber im Landkreis vier Menschen gestorben. Dabei handelt es sich einen Mann, der älter als 40 Jahre war, einer war über 60 und ein weiterer Mann über 80 Jahre alt. Die gestorbene Frau war über 80 Jahre alt. Einer der Todesfälle stand im Zusammenhang mit einer Pflegeeinrichtung.
Die Zahl der Infizierten auf Intensivstationen im Land ist leicht gesunken auf 348, daher wird die Alarmstufe vorerst nicht ausgelöst, der Grenzwert liegt hier bei 390. In der Klinik am Eichert waren am Mittwoch aktuell 21 der 24 betriebenen Intensivbetten belegt. Sechs dieser Patienten haben eine Covid-19-Infektion. In den Alb-Fils-Kliniken wurden am Mittwoch 32 Covid-Patienten behandelt, davon waren 29 ungeimpft. Aktuell werden am Donnerstag (Stand 8:30 Uhr) in der Göppinger Klinik 25-Covid-Patienten versorgt, fünf davon müssen beatmet werden, es gibt fünf Verdachtsfälle. In der Geislinger Helefenstein Klinik werden zehn Covid-Patienten versorgt, es gibt drei Verdachtsfälle. Nach dem Divi-Intensivregister sind (Stand 11:15 Uhr) im Kreis Göppingen 32-Intensivbetten belegt, eins ist noch frei.
In sechs Pflegeeinrichtungen wurden im Landkreis 44 Bewohner und Pflegekräfte positiv getestet. Dem Gesundheitsamt werden jetzt vermehrt Erkrankungen bei Personen gemeldet, die vor mehr als sechs Monaten eine Corona-Impfung erhalten haben. Die Behörde empfiehlt deshalb insbesondere älteren Personen die dritte Impfung. Durch die sogenannte Booster-Impfung werde der Antikörperspiegel wieder deutlich angehoben und der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen oder gar dem Tod erneuert.
An 21 Schulen im Landkreis wurden bei insgesamt 53 Lehrern und Schülern Coronaviren nachgewiesen. In drei Kindertagesstätten wurden fünf Kinder und Erzieherinnen positiv getestet.
 Stand 7. November  sind nach Angaben des Landratsamts 63,5 Prozent der Menschen im Landkreis Göppingen mindestens einmal geimpft. 62,3 Prozent haben den vollständigen Impfschutz. Damit ist die Impfkampagne im Kreis ins Stocken gekommen: Am 3. Oktober, als letztmals Zahlen dazu veröffentlicht wurden, betrug die Quote der zwei Mal Geimpften bereits 60,1 Prozent, der Zuwachs liegt so bis 7. November bei lediglich rund 2500 immunisierten Personen. Das Landratsamt warnt denn auch: „Angesichts drastisch steigender Infektionszahlen und der massiven Belastung in den Alb-Fils-Kliniken ist die Impfquote jedoch bei Weitem nicht ausreichend.“

Operationen nur im Notfall

Die vierte Welle der Corona-Pandemie führt nun auch in der Klinik am Eichert sowie der Helfenstein-Klinik zu Einschränkungen im Operationsprogramm. „Die aktuelle Situa­tion mit den stark steigenden Infektionszahlen hat zur Folge, dass wir an den Alb-Fils-Kliniken nicht dringliche planbare Operationen nicht mehr zeitnah terminieren und planen können“, wird der Medizinische Geschäftsführer Ingo Hüttner in einer Pressemitteilung zitiert. So wurden in dieser Woche bereits erste Eingriffe verschoben. „Wir sind mittlerweile schriftlich aufgefordert, rund ein Viertel der Intensivkapazität für Covid-Patienten vorzuhalten.“ Wie lange diese Einschränkungen gelten werden, ist noch nicht abschätzbar.