Wenn Olimpia Casà und Enza Jahn-Casà auf einer Bühne stehen und gemeinsam singen, knistert die Luft vor Energie. Ihre Stimmen verschlingen sich zu einer Einheit und füllen den Saal, ihre Leidenschaft am Singen ist hör- und spürbar, mit ihrer Begeisterung stecken sie ihre Band und das Publikum gleichermaßen an. „Musik, das ist ein Feuer und wir brennen beide für die Musik“, so bringt Enza Jahn-Casà diese Fähigkeit auf den Punkt.
Als Kinder waren die Geschwister, zu denen außer Olimpia und Enza auch noch Maria gehört, jedes Wochenende auf Konzerten. „Schöner ging es nicht“, sind sich die beiden Frauen einig. Ihr Vater ist Musiker, spielt Gitarre und leitete eine Tanzkapelle. Zu den Auftritten nahm er seine Familie mit. Sein Proberaum befand sich im Keller, die Musikanlage – „das war ein riesiges Teil“, erinnert sich Olimpia – stand in der Waschküche neben der Waschmaschine.

Ganz oben auf der Favoritenliste: Whitney Houston, Dionne Warwick und Barbra Streisand

„Wir gingen täglich in den Keller und sangen dort stundenlang“, erinnert sich Enza und ihre Schwester ergänzt: „Am liebsten Lieder von Whitney Houston, Dionne Warwick oder Barbra Streisand, also Pop, Soul und Funk.“
Bei ihrem 18. Geburtstag, 1992, sang Olimpia ihren Gästen etwas vor. Einer der Gäste war Oliver Sperrfechter, damals der Drummer der Rockband Irean.
Er war begeistert und lud sie ein, beim Abschiedskonzert der Band mitzusingen. „Das war zwar Rockmusik, aber menschlich war’s cool“, sagt Olimpia Casà. Das fanden die anderen Bandmitglieder ebenfalls: Das Abschiedskonzert entwickelte sich zu einem Neuauftakt für Irean und Olimpia stieg als Frontsängerin ein.
Weil der Papa von Olimpia nicht begeistert darüber war, dass seine Tochter mit lauter Jungs allein in einem Proberaum zusammen war, musste anfangs die Freundin des Schlagzeugers, später ihre sechs Jahre ältere Schwester Enza sie begleiten. „Es war kein Muss, mir gefiel die Musik“, widerspricht diese.

„Dann sangen wir zu zweit“

Selber mitzusingen, das traute sie sich nicht. „Aber irgendwann hatte ich sie soweit und wir sangen zu zweit. Das war der Hammer“, erinnert sich Olimpia Casà.
„Es war einfach etwas Besonderes, weil wir Geschwister waren. Wir müssen nicht reden, wir verstehen uns blind auf der Bühne“, beschreibt Enza Jahn-Casà den Zauber.
Irean hatte Erfolg – die Band spielte unter anderem als Vorgruppe von Deep Purple und von Gianna Nannini. Als „absolut unvergesslich“ bezeichnet Olimpia den Auftritt im Rhein-Energie-Stadion in Köln vor 55 000 Zuhörern beim Weltjugendtag 2005. Enza bedauert bis heute, dass sie damals nicht dabei sein konnte: „Ich war genau zu dem Zeitpunkt im Krankenhaus, weil da meine Tochter geboren wurde.“

Velvet 1998 gegründet

Immer wieder wurden Irean  angefragt, ob sie bei Firmenevents mit Covermusic auftreten würden. „Aber Irean spielte eigene Lieder, englische und italienische Rockmusik, das passte nicht“, sagt Olimpia Casà. Aus diesem Grund gründete sie im Jahr 1998 „Velvet“ und fragte Musiker dafür an, die sie dafür für geeignet hielt.
Unter anderem Timo Deininger, den sie, wie sie sagt, „eigentlich gar nicht leiden konnte, aber er spielte so gut Gitarre“. Inzwischen ist sie seit 15 Jahren mit ihm verheiratet, beide freuen sich nicht nur über gemeinsame Auftritte, sondern seit fünf Jahren über Söhnchen David.
Mit Velvet treten Olimpia und Enza Casà bis heute auf, aber nur noch etwa vier- oder fünfmal pro Jahr. Beide treten kürzer, weil ihre Familien und ihr Alltag viel Zeit in Anspruch nehmen.

Irean gibt es seit 2009 nicht mehr

Irean gibt es nicht mehr. 2009 war damit Schluss. Zum einen, weil Gründungsmitglied Matthias Augenstein aus beruflichen Gründen aufhören musste, zum anderen – und das war der Hauptgrund – „weil ich nicht mehr englisch singen wollte. Ich wollte authentischer sein, meine eigenen Geschichten in Lieder verpacken und deutsch singen.“
Es ist Olimpia, die das sagt. Damals war ihre Schwester mit zwei kleinen Kindern sehr eingespannt und konnte nur noch selten gemeinsam mit ihr auftreten.
Olimpia gründete „Olimpia & The Diners“ und verwirklichte ihren Traum. Dass es nur vier Mitglieder seien, schaffe Spielraum in vielerlei Hinsicht und „wenn es um die Arrangements und den Feinschliff meiner Songs geht, ergänzen wir uns gegenseitig perfekt“.

„Olimpia The Diners“ sind Texte und Emotionen wichtig

„Olimpia & The Diners“ haben Auftritte in ganz Süddeutschland. Das Publikum ist anders als bei Irean oder Velvet. Älter, nachdenklicher. „Ihnen sind die Texte, die Emotionen wichtig“, beschreibt Olimpia Casà. Enza Jahn-Casà hat ihre Schüchternheit inzwischen abgelegt. Sie singt mehr und mehr solo, auf Beerdigungen genauso wie auf Hochzeiten. Außerdem experimentiert sie musikalisch mit ihrem „H7-Projekt“, bei dem Musiker, die nicht vorher miteinander proben, im H7 in Donzdorf gemeinsam auftreten. „Das ist nicht perfekt, aber es macht Spaß“, meint sie dazu.
Olimpia, die beruflich im Marketing bei Schlagwerk in Gingen tätig ist, gibt Gesangsunterricht als „Vocal-Coach“ in der Musikschule in Süßen und singt ebenfalls auf Hochzeiten. Musik – das wird vermutlich immer so sein – lässt beide Frauen niemals los.

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Olimpia & The Diners nehmen neues Album auf

Zu Olimpia & The Diners gehören neben Olimpia Casà (Gesang und Gitarre) ihr Mann Timo Deininger (Gitarre), Bassist Friedrich Kienle und Schlagzeuger Martin Sauer.
Die Formation nimmt momentan ein neues Album auf. Das wird am 25. Januar in der Jahnhalle erstmals offiziell vorgestellt und zwar im Rahmen eines Benefizkonzerts für die GZ-Weihnachtsaktion „Gemeinsam geht’s
besser“.