„Der Beschuldigte soll an einer chronischen paranoiden Schizophrenie leiden“, berichtet Alexander Spengler, Pressesprecher am Landgericht Ulm. Der 40-jährige Geislinger lebte mit seinem Vater in einer gemeinsamen Wohnung und sei der wahnhaften Vorstellung verfallen, sein Vater sei ein Dämon, der ihn nicht in Ruhe lasse. Aus diesem Grund habe er seinen Vater mit einem Küchenmesser angegriffen und auf ihn eingestochen. Schon zuvor hatte der 40-jährige Beschuldigte wohl zu einem Tennisschläger gegriffen und damit mehrere Male auf den Kopf des Vaters eingeschlagen.
Weiter teilt Spengler mit, dass sich der Geschädigte zur Wehr setzte und dass es ihm gelungen sei, aus der Wohnung ins Treppenhaus zu gelangen. Sein Sohn soll ihm dorthin gefolgt sein und versucht haben, den Vater die Treppe herunterzustoßen. Nachdem mehrere Nachbarn hinzugekommen seien, habe der 40-Jährige schließlich von seinem Vater abgelassen.

Oberflächliche Schnittverletzungen erlitten

Der Geschädigte soll eine Nasenbeinfraktur, Risswunden auf der Stirn und im Gesicht, Prellungen des Schädels, der Schulter, der Unterarme, einer Hand und des Thorax erlitten haben. Zudem sei ein Finger gebrochen. Da sich der Vater gewehrt hatte, habe er durch die Messerangriffe lediglich oberflächliche Schnittwunden erlitten.
Weiter geht aus der Pressemitteilung hervor, dass die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass der Beschuldigte wegen seiner Erkrankung allgemeingefährlich sei. Sie beantragte deswegen, den 40-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. In einem solchen befindet sich der Angeklagte derzeit auch.

Drei Verhandlungstermine

Wie Pressesprecher Spengler mitteilt, beginnt das Verfahren vor der dritten Großen Strafkammer am heutigen Donnerstag um 8.30 Uhr. Angesetzt sind drei Verhandlungstermine, die folgenden sind am 22. November und 8. Dezember. Zu allen Terminen ist zudem ein psychiatrischer Sachverständiger geladen.