Als Mitglieder des Vereins „Freundeskreis Afghanistan“ sind Ute und Otto Lindenmaier mit ihren Herzen bei den Freundinnen und Freunden in Afghanistan, betonen sie. Sie berichten über die schwere Situation in den drei Regionen, in denen sich einige der vom Freundeskreis unterstützten Einrichtungen befinden. Die Ortsangaben will das Ehepaar aus Sicherheitsgründen vertraulich behandelt wissen, denn neun Schulen mit Eigenanteil der Bevölkerung zählen zu den Projekten. Eine Schule sei noch im Bau, der aber ruht, weil die Mittel fehlen, erzählt Ute Lindenmaier, die mit ihrem Mann in den 1970er Jahren als Lehrerin in Afghanistan lebte.

Raum Geislingen

Darüber hinaus sorgt der Freundeskreis Afghanistan für Schulausstattung, Alphabetisierungskurse für Frauen und Essensgeld für 110 Lehrkräfte, von denen 31 Frauen sind. Rund 2500 Kinder besuchen in diesen Stammesgebieten die Schule, davon 42 Prozent Mädchen. Somit erhält eine kriegsgeschädigte Generation die Chance auf Bildung.
Die panische Angst vor der Übernahme des Gebietes durch die Taliban, aber auch der Entschluss vieler, nicht zu fliehen, wurde erst kürzlich unter den Mitgliedern thematisiert. „Gut ausgebildete Menschen sollten im Land bleiben“, so die Begründung dafür. Die Schulen für Jungen laufen weiter, aktuell werden auch Mädchen bis zur sechsten Klasse unterrichtet, allerdings nur von Frauen. „Wir hoffen, dass die Taliban einsehen werden, dass das auf Dauer nicht geht“, sagen die Lindenmaiers. Schließlich gebe es im Norden des Landes, wo die Taliban schon lange herrschen, Schulunterricht für Mädchen bis zum Abitur.
Lehrergehälter, bislang zwischen 30 und 50 Euro, können jetzt nicht mehr gezahlt werden. Lehrkräfte arbeiten unentgeltlich und die Not ist in der sowieso armen Gegend groß. Der Schulneubau sei eingestellt worden, um sich auf das Essensgeld zu konzentrieren, berichtet die frühere Lehrerin weiter.

Schlimme Hungersnot droht

Die abgelegene Gegend sei bergiges Wüstengebiet, nur in den Tälern könne Landwirtschaft betrieben werden. Hier unterstützt der Verein den Anbau von Obstplantagen, die Instandsetzung von Bewässerungskanälen, den Bau von Brücken, Flussdämmen, Häusern, die im Krieg zerstört wurden oder Brunnen zur Trinkwasserversorgung von Schulen. Auch Anlagen zur Gewinnung von elektrischer Energie aus Wasserkraft werden gefördert. Aufgrund der extremen Trockenheit sei eine schlimme Hungersnot nicht aufzuhalten. Der Vorstand des Freundeskreises Afghanistan hat verschlungene, aber sichere Weg gefunden, Geld zu transferieren, um die Menschen deswegen mit Spenden zu unterstützen.

Info Der Freundeskreis Afghanistan entstand 1980 aus einer Initiative ehemaliger Entwicklungshelfer, Lehrer und Afghanen. Die meisten der 110 Mitglieder haben in den 1960er und -70er Jahren und danach in Afghanistan gearbeitet. Durch die langjährige Arbeit für und in Afghanistan sowie regelmäßige Besuche haben sie die Notwendigkeit und Effizienz ihrer Hilfe erlebt. Die Arbeit geschieht ehrenamtlich. Eine besondere Förderung von Frauen und Mädchen in ländlichen Gebieten und die Unterstützung von Selbsthilfeinitiativen liegt dem Verein besonders am Herzen.

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Kontakt Bei allen Fragen und Ideen rund um die GZ-Weihnachtsaktion
„Gemeinsam geht’s besser“ können Sie sich gerne an GZ-Redakteur Michael
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