Manchmal machen Eltern sich Sorgen, ob sich ihr Kind normal entwickelt. Sie vergleichen es mit anderen Kindern und stellen Defizite fest: beim Sprechen, der sozialen Kompetenz, wie die Kinder spielen oder nicht. Für diese Eltern aus Geislingen und der Region ist der Frühförder- und Beratungsverbund Geislingen eine erste, niederschwellige Anlaufstelle. Beratung und Therapie dort sind freiwillig, sie kosten nichts (auch kein Rezept vom Arzt ist notwendig) und die Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.
Das Team besteht aus acht Sonderschullehrern und -lehrerinnen, von denen jeder und jede seinen eigenen Schwerpunkt an Förderwissen mitbringt. „Dadurch können wir viele Förderbereiche abdecken“, informiert die Leiterin des Frühförderverbunds Geislingen, Elke Pölz. Die Zielgruppe sind Kinder von der Geburt bis zum Übergang in die Schule.
Wichtig ist es in den Augen von Elke Pölz, dass die Eltern das Angebot von sich aus annehmen und auf diese Weise ihr emotionales Einverständnis zur sonderpädagogischen Frühförderung zeigen. Dann, sagt sie, findet als erstes ein gemeinsames Gespräch mit den Eltern statt, in dem sie schildern, warum sie da sind. „Im zweiten Schritt beschäftigen wir uns mit dem Kind und schauen, was es gut kann und was weniger gut“, schildert Elke Pölz. Erst danach überlegen sich die Eltern und der Ansprechpartner des Frühförderverbunds gemeinsam, welche Fördermöglichkeiten sich für das Kind am besten eignen. „Da ist die Bandbreite riesengroß“, erläuterte Pölz und nennt als Beispiele Einzelförderung, Förderung in Kleingruppen oder auch Förderung, bei der ein Elternteil dabei ist. Vor allem ist der Frühförderverbund „untereinander sehr vernetzt“, wie sie versichert, sodass dessen Mitarbeiter auch wissen, welche ergänzenden Angebote es gibt.

„Bewegung hilft bei unterschiedlichen Problematiken“, sagt Elke Pölz

Der Frühförderverbund Geislingen hat seinen Sitz in hellen, freundlichen Räumen in der Pestalozzischule in Geislingen. Darin finden sich auch zahlreiche Bewegungsutensilien, wie etwa ein kleines Trampolin oder eine Steh-Wippe aus Holz. „Motivation über Bewegung funktioniert bei sehr vielen Kindern und bei unterschiedlichen Problematiken sehr gut“, erläutert Elke Pölz. Das hänge mit der Vernetzung der einzelnen Bereiche im Gehirn zusammen. Deshalb gibt es beim Frühförderverbund gleich zwei „Psychomotorik-Gruppen“ mit je fünf bis sieben Kindern. Hier sollen vor allem über Bewegung das Selbstvertrauen gestärkt, alle Sinne angeregt und diverse Entwicklungsbereiche gefördert werden.

Tanja Rockenbauch-Witt erklärt, was gewünscht wird

Um das den Kindern bei schönem Wetter auch im Freien zu ermöglichen, wünscht sich der Frühförderverbund – mit „voller Unterstützung“ von Tanja Rockenbauch-Witt, der Schulleiterin der Pestalozzischule – ein außergewöhnliches Bewegungsspielzeug: Einen acht Meter langen und einen Meter breiten (und zwölf Millimeter starken) Gummigurt-Steg. Laut Elke Pölz eignet sich der Steg für Krabbelkinder genauso wie für ältere Kinder. „Sie alle können sich ausprobieren, experimentieren, sich etwas trauen, ohne sich dabei weh zu tun.“ Für den Einsatz des Wackel-Stegs gibt es laut Tanja Rockenbauch-Witt „kaum Grenzen“ und er eigne sich für die Förderung aller Bereiche.

Wackel-Steg kostet 8000 Euro

Platz für das raumgreifende Projekt gibt es auf der Wiese hinter der Turnhalle der Pestalozzischule genug. „Dort befindet sich auch der Schulgarten und für irgendwann ist dort noch ein Bodentrampolin für ältere Kinder geplant“, verrät Rockenbauch-Witt. Die alte Weitsprung-Grube, die schon seit Jahren keiner mehr nutzt, soll dem neuen Gummigurt-Steg weichen. Kosten soll der Wackel-Steg laut einem vorliegenden Angebot etwa 8000 Euro. „Wir freuen uns über jeden Betrag, der uns der Erfüllung unseres Wunsches für die Kinder näher bringt“, sagt Tanja Rockenbauch-Witt und Elke Pölz stimmt ihr nachdrücklich zu. Finanziert werden soll das besondere Spielgerät mithilfe der GZ-Weihnachtskation.

Was ist der Frühförder- und Beratungsverbund?

Das Beratungsangebot zur Frühförderung ist grundsätzlich Teil des Arbeitsauftrags jeden SBBZs (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum).
Für Geislingen und Umgebung haben sich die Beratungsangebote der Pestalozzischule Geislingen, der Bodelschwingh-Schule Geislingen und der Vinzentius-Schule Donzdorf zum Frühförder- und Beratungsverbund zusammengeschlossen, der sich in der Pestalozzischule in der Heidenheimer Straße 3 befindet.
Telefon: (07331) 94 14 49 (Anrufbeantworter), (01515) 3 56 82 06 (mobil) und (07331) 94 16 55 (Sekretariat vormittags)
Online: fruehfoerderung@geislingen.de