Unter dem Pseudonym Robert Andreasch recherchiert der in Ellwangen aufgewachsene Fachjournalist Tobias Bezler seit über 20 Jahren in der rechtsextremen Szene. Mittlerweile ist der richtige Name des 45-Jährigen bekannt. Dieser Name wurde auch am 2. Juli im Literaturhaus in München genannt, als Bürgermeisterin Christine Strobl den mit 10.000 Euro dotierten Medienpreis der Stadt München an Robert Andreasch verlieh.
Damit würdigte sie seine Recherchen bei Veranstaltungen und Treffen rechtsextremer Gruppen im Raum München und in Süddeutschland. Andreasch arbeitet für die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle, deren Erkenntnisse in die Reportagen und Berichte vieler namhafter Journalisten einflossen.
Andreasch arbeitet als Autor und Referent und gibt die Ergebnisse seiner Recherchen auf verschiedenen Wegen weiter. Er begleitete mit der Kamera auch den Aufmarsch der AfD in Ellwangen im vergangenen Jahr, bis er von den Veranstaltern erkannt und gezwungen wurde, den Platz zu verlassen. Die wahre Identität von Andreasch enttarnten Neonazis vor 15 Jahren. Seitdem ist er Angriffspunkt in sozialen Netzwerken, wurde mehrfach bedroht und auch körperlich angegriffen.

Andreasch ist weiter mit der Kamera bei rechten Aufmärschen dabei

„Ich kann nicht mehr investigativ auf rechte Veranstaltungen gehen“, sagte er bei der Preisverleihung. Bei öffentlichen Aufmärschen kann er nicht ausgeschlossen werden, er ist mit seiner Kamera weiter dabei, beobachtet Vernetzungen und dokumentiert, wer mit wem marschiert.
Die Laudatio auf Robert Andreasch sprach die Journalistin Mesale Tolu, die von April 2017 bis August 2018 wegen ihrer Recherchen in der Türkei im Gefängnis saß. Andreasch schätzt die momentane Situation in der rechtsextremen Szene als besonders riskant ein. Er beobachte, dass sich Einzelne und ganze Gruppen in zunehmendem Tempo radikalisieren: „Die nächsten Monate werden supergefährlich.“

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