Wenn irgendwo zwischen Öpfingen und Unlingen, Uttenweiler und Frankenhofen der Strom ausfällt, schlägt die Stunde des Betriebsservices Alb der ENBW-Tochter Netze BW. Vom neuen Standort in der Munderkinger Brunnenbergstraße aus rücken dann Monteure aus, um den Schaden zu identifizieren und zu beheben – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Im Schnitt werden sie ein bis zwei Mal pro Woche gebraucht.
„Wir sind zuständig für den Unterhalt aller Leitungen von 0,4 bis 110 Kilovolt“, sagt Markus Heitele, Meister für Mittel- und Niederspannung. Das heißt: Von der Niederspannungsleitung, die einzelne Wohngebäude versorgt, bis zum Hochspannungskabel, das ganze Gemeinden mit dem Stromnetz verbindet. Mit sieben Kollegen teilt er sich den Bereitschaftsdienst. Zudem werden von Munderkingen aus die zusätzlichen Service­-Standorte Schelklingen, Münsingen und Engstingen verwaltet. Insgesamt gehören 30 Mitarbeiter zum Betriebsservice Alb; sie sind dezentral über den gesamten Zuständigkeitsbereich verteilt.

Kaum Ausfälle

Dass sie eine gute Arbeit machen, belegen die Zahlen: Nur 3,2 Minuten waren die Netzkunden in der Region im Schnitt im vergangenen Jahr ohne Strom. Zum Vergleich: Bundesweit erreichte der Durchschnitt von 2013 bis 2017 12,7 Minuten, in den USA waren es 2017 inklusive tornadobedingter Ausfälle 470 Minuten. Warum der Strom ausfällt, hat verschiedenste Ursachen. Viele sind wetterbedingt. So stürzten etwa Bäume bei Stürmen in Freileitungen, schlugen Blitze ein, überhitzen Bauteile im Hochsommer, sorgten starke Regenfälle für Kabelstörungen im Boden. „Alles Extreme“, könne zum Problem werden, sagt Thomas Zeiler, der mit elf Kollegen den Netzausbau in der Region vorantreibt.
Munderkingen ist aber nicht nur für den laufenden Betrieb der Ort, an dem alle Fäden zusammenlaufen. Auch Baumaßnahmen werden von hier geplant und begleitet. „Im Moment schauen wir, dass wir alle 20 Kilovolt-Freileitungen rund um die Stadt in den Boden verlegen“, sagt Zeiler. Das habe weniger optische als vielmehr praktische Gründe: Da in und um Munderkingen viel Energie aus Wasserkraft, Sonne und Biogas erzeugt werden, wird viel Strom ins Netz eingespeist. „Die Übertragungsfähigkeit der bestehenden Leitungen reicht dafür nicht aus“, sagt Zeiler.
Auch das Umspannwerk auf der Munderkinger Donauinsel soll ab 2020 durch einen Neubau in der Brunnenbergstraße ersetzt werden, da die Anlage für heutige Bedürfnisse zu klein dimensioniert ist. Die derzeitige Lage des Werks im Überschwemmungsgebiet sei ungünstig, die Zufahrt durch die enge Altstadt seit jeher problematisch, sagt Zeiler. Rund zehn Millionen investiert die Netze BW in das Projekt. Dazu kommen rund zwei Millionen Euro, um Freileitungen in den Boden zu verlegen. Sobald das neue Umspannwerk fertig ist, sollen sie in Betrieb gehen und die Überlandleitungen abgebaut werden. Das alte Werk wird dann rückgebaut.

Das könnte dich auch interessieren:

Oberdischingen/Unterstadion

Seit 2018 in der Brunnenbergstraße

Neu: Seit Februar 2018 hat der Betriebsservice Alb seinen Sitz in der Munderkinger Brunnenbergstraße, wo in einer leerstehenden Lagerhalle eine Art Gebäude im Gebäude entstand. Ende Juni wurde es eingeweiht. Der Betriebsservice Alb betreut insgesamt 1500 Kilometer Freileitung und 3300 Kilometer Erdkabel, 1740 Umspannstationen und zehn Umspannwerke.