Für Pionierarbeit in Sachen Elektromobilität sind Taxis prädestiniert, denn ihr einheitliches Erscheinungsbild prägt das Stadtbild mit. Sie seien „da unterwegs, wo die Probleme sind“, sagte Michael Hagel bei einem E-Taxi-Workshop auf der Landesmesse. Hagel koordiniert bei der Stadt das Referat Strategische Planung und nachhaltige Mobilität. „Taxis sind sichtbar, wahrnehmbar, deshalb fördern wir sie“, erklärte er.
Von November an fördert die Stadt vollelektrische Taxis drei Jahre lang mit je 200 Euro pro Monat, insgesamt also mit 7200 Euro. Im Gegenzug müssen die Betreiber ihre Autos mit offiziellen Aufklebern bekleben, die sie unmissverständlich als E-Taxis ausweisen. Davon verspricht sich die Verwaltung einen Imagegewinn. Gefördert wird, wer seinen Betriebssitz in Stuttgart hat, eine Taxi-Konzession sein Eigen nennt und das Fahrzeug mindestens drei Jahre benutzt.
Die Ladeinfrastruktur will die Verwaltung im Laufe des nächsten Jahres ausbauen. Am Marienplatz, am Pragsattel und am Ostendplatz sollen Schnelladestationen entstehen. Eine prestigeträchtige Station könnte etwa in der Dorotheenstraße direkt vor dem Verkehrsministerium stehen. Auch die Taxistände will die Verwaltung umgestalten. Künftig soll es zwei Plätze für Elektro-Taxis geben: einen zum Laden, den anderen, direkt dahinter, um Fahrgäste aufzunehmen.
Fördergelder gibt es für Taxiunternehmer auch von Land und Bund. Der Bund fördert Privatpersonen und Unternehmen, Körperschaften und Vereine mit bis zu 4000 Euro pro Fahrzeug. Das Land öffnet das Portemonnaie ebenfalls: Taxiunternehmer und Mietwagenbetriebe erhalten Zuschüsse für bis zu 20 Fahrzeuge mit jeweils 3000 Euro, in Gebieten mit Stickoxid-Überschreitung sogar 5000 Euro.
Taxiunternehmer Ahmet Gül fährt bereits heute elektrisch – und ist begeistert. Gül fuhr zuerst ein Erdgas-Auto, stieg dann auf Hybridantrieb um, bevor er sich schließlich mit dem Tesla für ein vollelektrisches Fahrzeug entschied. Seine Fahrgäste seien begeistert, erzählte Gül: „99 Prozent der Gespräche im Taxi drehen sich mittlerweile um den Tesla“, so der Unternehmer. Ein Kunde in der Lautenschlagerstraße sei beim Anblick des Autos regelrecht in Euphorie verfallen.
Die Ladeinfrastruktur sei außerdem besser als ihr Ruf. Das liege unter anderem an der gut ausgebauten privaten Infrastruktur von Tesla. Mit ihr allein könne er problemlos bis nach Lissabon fahren, sagte Gül. „Mit einem Elektrofahrzeug bleibt man nicht auf der Straße liegen – es sei denn, man passt nicht auf“, so Gül. Innerhalb von einer Stunde habe er 90 Prozent der Batterie aufgeladen. Mittlerweile bieten auch Discounter kostenfreie Ladesäulen an. Durchschnittlich zahle er 28 Cent pro Kilowattstunde, damit kostet ein voller Tank circa 18 Euro.