Das klingt, wenn man die Silben richtig schüttelt, reichlich chinesisch, entscheiden die in aufgekratzter Stimmung erschienenen Flügelflüsterer und nehmen die Chance wahr, ein wenig albern zu sein. Wobei der Spaß auch einen wahren Kern beinhaltet. Denn im Paulusgemeindehaus steht ein Feurich-Flügel. Und Klaviere dieses Namens werden, nachdem die Markenrechte vor einigen Jahren dorthin verschwunden waren, nun tatsächlich in China gefertigt.

Der Heidenheimer Feurich indes wurde in Langlau gebaut. Und das liegt nicht im fernen Osten, sondern in Mittelfranken. Dorthin hatte das Familienunternehmen Feurich seine Fertigung verlegt, nachdem es Ende der 1950er Jahre in der DDR verstaatlicht worden war. In Langlau war damals die Klavierfabrik Euterpe ansässig, in die sich der schon 1951 nach Westdeutschland übergesiedelte Juniorchef eingekauft hatte.

Das Heidenheimer Instrument, ein Salonflügel mit 1,90 Metern Länge, steht seit 1983 auf der Bühne im Paulusgemeindehaus. Es war, so erinnert sich Kirchenmusikdirektorin Dörte Maria Packeiser, seinerzeit fabrikneu von ihr und dem Musikpädagogen Konrad Eichler in Franken ausgesucht und abgeholt worden. Und Oberflüsterer Mayr wird ein wenig sentimental, erinnert er sich doch „sehr gut und sehr gern“ an den Feurich. Denn ehe die Heidenheimer Musikschule über ein eigenes Domizil und einen eigenen Vortragssaal verfügte, wurden größere Schulkonzerte im Paulusgemeindehaus gespielt.

Und wie klingt der alte Bekannte? „Der ist gut in Schuss“, urteilt Mayr nach den obligatorischen Takten Haydn und Brahms. Und weil der Feurich – das Importverbot datiert aus dem Jahr 1989 – noch über mit Elfenbein belegte Tasten verfügt, kommt auch schnell die Frage auf, ob man denn den Unterschied zwischen Elfenbein und Kunststoff nicht nur sieht, sondern auch merkt? Dörte Maria Packeisers Antwort lässt keinen Ermessensspielraum: „Auf Elfenbein spielt sich's besser, viel trockener.“ Eric Mayr hingegen hält sich ein wenig zurück: „Ich versuche mir das auch immer einzubilden.“

Was im übrigen die Firma Feurich angeht, so zählt deren Name zu den klangvollen in der großen Geschichte des deutschen Klavierbaus. Und das seit 1851, als Julius Gustav Feurich seine Pianofortefabrik in Leipzig gründete. Um die Jahrhundertwende hatten fast fast 14 000 Pianinos und Flügel das Haus verlassen, bis 1919 über 34 000. 1943 wurde das Fabrikgebäude zerbombt, die Fertigungsanlagen, Ausstellungsstücke und Modelle für die Konstruktionen waren verloren. 1958, als Seniorchef Julius Feurich nahegelegt worden war, den Betrieb verstaatlichen zu lassen, flohen die in der DDR verbliebenen Mitglieder der Familie in den Westen, wo das Unternehmen neu gegründet wurde. Von 1999 an produzierte man in neuen Produktionsstätten in Gunzenhausen. 2010 übernahm eine Wiener Firma die Mehrheitsanteile der Gesellschaft Feurich sowie die weltweiten Markenrechte. 2012 erfolgte die komplette Übernahme des Unternehmens. Produziert wird heute in China. Julius Feurich führte die Familientradition bis zur Einstellung der Produktion noch bis 2013 unter der Marke „J.F.“ weiter.