Auch mit Irving Berlins „White Christmas“ als erster Zugabe der Crailsheimer Stadtkapelle ließ sich der unentwegt andauernde Regen nicht in Schneeflocken verwandeln. Das hinderte aber die etwa 300 Zuhörer gestern auf dem Marktplatz nicht daran, bis zum Ende durchzuhalten.
Regenschirme und die damit verbundene fehlende Sicht störten nur eingeschränkt. Und die Stadtkapelle hatte sich ein Plätzchen unter den Rathausarkaden gesucht, um überhaupt spielen zu können. Wie gewohnt das Weihnachtskonzert zu moderieren, war Stadtkapellenleiter und Musikdirektor Franz Matysiak aufgrund seiner schweren Heiserkeit diesmal nicht möglich.
Eröffnet wurde das Konzert mit einem ouvertürenartigen, festlichen „Christmas Prologue“ über „Adeste fideles“, gefolgt von „Jingle Bells“ mal im Marschstil, mal als Walzer und am Ende leicht ins Hymnische gewendet. Feierlich im Tonfall folgte Georg Friedrich Händels „Tochter Zion“ vom Trompetenquartett der Stadtkapelle.

Weich getönt, warm intoniert

Ruhigere Stücke schlossen sich mit Kristen Anderson-Lopez’ „Do You Want To Build A Snowman“, schön gesanglich dargeboten, und „Let It Go“, weich getönt und ein wenig bläsersinfonisch ausgebreitet, an. Leonard Bernsteins „Somewhere“ aus der „West Side Story“ fügte sich da wundervoll mit seinem sehnsüchtigen Klang, den die Stadtkapelle hingebungsvoll ausbreitete.
Zu „Cinderellas Tanz“ von Karel Svoboda breiteten die Musiker warm intonierte Bläserklänge aus. Richard Ellenbergs „Petersburger Schlittenfahrt“ holte die Zuhörer mit aufgeweckt-fröhlichen Tönen zurück aus eher verträumten Gefilden. Eine Reihe von Weihnachtsliedern ließen dann die Feiertage vorausahnen.
Nach „Herbei, o ihr Gläubigen“ kam es zu klanglich schönen Gegenüberstellungen zwischen Holz- und Blechbläsern zu „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ und „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Im heiteren Ton erklang danach „Fröhliche Weihnacht überall“ wie auch „Alle Jahre wieder“. Schön rund gelang das „Eia“ bei der Wiedergabe von „Zu Bethlehem geboren“. Sängerisch wurden die Stadtkapellenmusiker, vor allem die Flöten-, Klarinetten- und Saxofonspieler zu „Wir sagen euch an den lieben Advent“ aktiv.
Mit Schellenklängen folgte Leroy Andersons „Sleigh Ride“ mit Peitschenknall dazwischen. Am Ende gelang das Wiehern der Solotrompete sehr gekonnt. Ruhige und gesangliche Momente brachten die „Christmas Favo­rites“ ebenso wie in die Beine ­gehende Rhythmen zu „Rockin’ Around The Christmas Tree“ oder durch Spielwitz glänzendes Rudolph The Red-Nosed Rein­deer“.
Einen tänzerisch-ausgelassenen Moment bot auch die zweite Zugabe der Stadtkapelle: José Felicianos „Feliz Navidad“. Davor sorgten die tiefen Bläser zu „White Christmas“ für sonoren Klang, während die Klarinetten ihr Schalmeienregister ausloteten. Innig und sanft ließen die Stadtkapellenmusiker den Klassiker klingen, verbunden mit Wünschen für eine schöne Weihnacht und ein gutes neues Jahr.

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