Die Muswiese ist ein Hochfest des Miteinanders. Klar, zum Jahrmarkt in Musdorf gehören die Schlachtplatten und die Landmaschinen, die Fahrgeschäfte und die Kittelschürzen. Aber vor allem sind es doch die Menschen, die aus einem kleinen Dorf in Hohenlohe immer und immer wieder ein überregional beachtetes Freudenreich machen. Die Begegnung, das G‘schwätz, das Feilschen und Prosten, das Wiedersehen und Nochmalsehen, bevor wir uns in unseren herbst-winterlichen Hütten verkriechen – all das fehlt besonders, wenn keine Muswiese ist. All das kann man nicht ersetzen.

Leidenschaft für den Landstrich

Und so würde auch die Südwest Presse Hohenlohe (SHO) ihre Leser, ihre Geschäftskunden und überhaupt alle, die dieselbe Leidenschaft für diesen Landstrich, seine Bewohner und Feste hegen wie die Mitarbeiter des Verlags, am allerliebsten am Stand im Gewerbezelt begrüßen. Das geht nicht, leider – aber was auch dieses Jahr geht, ist das Zusammenkommen im virtuellen Raum. Und was geht, das soll ermöglicht werden.
Die SHO hat sich also entschlossen, den Online-Jahrmarkt, der schon im ersten Corona-Herbst geöffnet hatte, abermals auf die Beine zu stellen. Weil nicht nichts sein soll, wenn eigentlich Muswiese wäre. Weil das Angebot die Möglichkeit bietet, klickend in Erinnerungen zu schwelgen, Muswiesen-Bilder anzuschauen und kleine Geschichtchen zum schönsten Hohenloher Jahrmarkt der Welt zu lesen. Weil Firmen und Händler dort ihr reichhaltiges Angebot bewerben können. Auch, weil sich im vergangenen Jahr gezeigt hat, wie gerne und zahlreich die Hohenloher die Chance nutzten, Parkplätze auf dem digitalen Festgelände zu buchen und auf diese Weise ihre Grüße hinaus in die Welt zu schicken – ganz im Sinne des Muswiesen-Miteinanders.

Navigation jetzt einfacher

„Sou, bisch trotzdemm doa?“ lautet das Motto des Jahrmarkts im Netz. Unter www.muswiese-nochmal-anders.de kann man ihn betreten. Künstler Darius Kowalik alias „Koval“, der sonst den Gemeindestand im Gewerbezelt und den Taler zum Fest gestaltet, hat das Muswiesen-Gelände genial zu Papier gebracht, sodass der Besucher oder die Besucherin immer weiß, wo er oder sie sich gerade bewegt. Der Marktbereich, das Freigelände und das Gewerbezelt können einzeln aufgerufen werden, um die dortigen Angebote noch gezielter zu finden. Neu in diesem Jahr: Die Navigation auf dem Smartphone ist deutlich erleichtert. Wer virtuell über die Muswiese schlendern will, muss also nicht daheim sitzen, sondern kann das auch von unterwegs aus tun, in der Pause, im Bus, im Wartezimmer, egal: Hauptsache „doa“.
Der virtuelle Jahrmarkt öffnet seine Pforten am eigentlichen Muswiesen-Samstag, dem 9. Oktober, und ist mindestens bis Donnerstag, 14. Oktober, geöffnet. Ein Feuerwerk gibt es zum Abschluss zwar nicht, dafür aber auch keinen Ruhetag am Montag. Die Metzgertänzer heißen die Besucher mit einem Video-Grußwort willkommen. Wie im vergangenen Jahr können kostenlos Grußbotschafts-Parkplätze auf dem Internet-Acker gebucht werden – ganz ohne die Gefahr, steckenzubleiben.
Die Gemeinde und der Bund der Selbstständigen Rot am See unterstützen die Aktion der Südwest Presse Hohenlohe – was SHO-Marketingleiter Peer Ley, unter dessen Regie der Markt im Netz entstand, sehr freut: „So ein Projekt ist nur realisierbar, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagt er. „Herzlichen Dank dafür.“
Alle, die an dem virtuellen Fest mitgearbeitet haben, hoffen nun, dass möglichst viele Hohenloher „a weng neiklicke, a weng druffbleiwe, a weng di Ougebot studiere und a boar Griaß loaswerre“. Damit im Jahr 2021 wie in all den Jahren seit 1434 das Musdorfer Miteinander spürbar wird. Und sei’s auch bloß „a weng“.

Info Ab Samstag, 9. Oktober:
www.muswiese-nochmal-anders.de