Letztlich ist alles ruhig verlaufen: Von offener Kritik fehlte beim Richtfest des neuen Kirchberger Feuerwehrmagazins jede Spur. Dabei hatte der Neubau die Gemüter in der Vergangenheit so erhitzt. Zimmermeister Heiko Hüttner sagte den Richtspruch, das Glas zerbrach beim ersten Versuch. Alles wie erhofft also.
In Kirchberg scheint Ruhe eingekehrt zu sein. „Sie wissen, dass dieser kommunale Planungsprozess schwierig verlaufen ist“, sagte Bürgermeister Stefan Ohr. Schwierig: Das klingt wie eine Untertreibung. Im Januar 2014 hatte der Gemeinderat die Weichen für das neue Quartier der Kirchberger Feuerwehr gestellt. Schon bald organisierte sich heftiger Widerstand, es gründete sich eine Bürgerinitiative. Was folgte, waren Jahre, geprägt von heftigen Debatten und Streitereien. Die Magazin-Gegner wollten einen Bürgerentscheid herbeiführen. Damit scheiterten sie erst vor dem Gemeinderat, dann vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart.

Kosten und Bauzeit voll im Plan

Im April erteile der Verwaltungsgerichtshof Mannheim den Gegnern in zweiter Instanz erneut eine Absage. Damals waren die Bauarbeiten bereits im vollen Gange. Mittlerweile sind die Gegner ruhig. „Das war eine ganz schwierige Zeit“, sagte Ohr rückblickend. „Aber seit wir mit dem Bau begonnen haben, hat sich die Stimmung geändert. Es weiß jetzt jeder, dass das Magazin hier stehen wird.“
Dass ein Bürgerbegehren das Kirchberger Magazin in der Vorderen Au hätte kippen können, glaubt Ohr ohnehin nicht. „Ich denke, es wäre uns gelungen, den Bürgern die Vorteile dieses Standorts zu vermitteln“, erklärte er. Mit dem Bauprozess ist er rundum zufrieden. „Fast alles läuft richtig gut und schnell. Wir liegen voll im Plan, was die Bauzeit betrifft, wir liegen voll im Plan, was die Kosten betrifft“, beteuerte er vor der versammelten Öffentlichkeit. Mit 2,5 Millionen Euro hatte die Stadt gerechnet, Stand jetzt bleibt sie wohl knapp darunter.
Bis zur Fertigstellung und Inbetriebnahme durch die Wehr wird es noch eine Weile dauern. Nicht nur das Gebäude braucht noch Zeit, es fehlen auch die Außenanlage und die Anbindung an die Hohenloher Straße. Feuerwehrkommandant Alexander Müller hat den Zeitraum „Frühjahr bis Sommer 2018“ für die Inbetriebnahme des neuen Quartiers angepeilt. Auch Stefan Ohr rechnet damit, „dass das Bauwerk innerhalb der nächsten zwölf Monate fertiggestellt wird“. Damit wären vom Spatenstich im Februar bis zur Einweihung nicht einmal anderthalb Jahre vergangen.

Platz für fünf Feuerwehrautos

Die Vorfreude ist da in Kirchberg, sowohl bei der Stadtverwaltung als auch bei der Wehr selbst. Das war am Dienstag zu spüren. „Uns gelingt es jetzt, vier Feuerwehrabteilungen in einem Fahrzeugstandort zusammenzubringen“, erklärte Stefan Ohr. Die Fahrzeughalle wird fünf Feuerwehrautos Platz bieten.
Auch Alexander Müller war bei seiner Führung durch den Rohbau in Kirchberg seine Begeisterung für die zukünftigen Räumlichkeiten sichtlich anzumerken. Das sollte angesichts seiner Aussage auch niemanden verwundern: „In unserem aktuellen Magazin können wir uns nicht mal gescheit umziehen. Das neue Magazin hält hoffentlich die nächsten 50 Jahre.“