Im achten Jahr ihres Crailsheim-Einsatzes ist Jutta Bogner vom Sicherheits- und Ordnungsdienst SDS ziemlich entspannt. Natürlich muss immer mit allem gerechnet werden, soweit das eben möglich ist, aber mittlerweile ist das städtische Sicherheitskonzept allen Beteiligten so vertraut, dass ganz viel Anspannung entspannter Routine gewichen ist. Taschenkontrollen vor Platz und Zelt, Straßensperren, Ordnungskräfte in den Zelten – neue Spielregeln eben –, das alles wurde in den ersten Jahren oft als Gängelei empfunden.

„Kein Vergleich zu früher“

Auf der anderen Seite gelingt es Umfragen zufolge tatsächlich, den Besuchern ein Gefühl von Sicherheit zu geben, das nicht länger selbstverständlich ist. Und in den Zelten gibt es einen anderen Umgang miteinander. „Kein Vergleich zu früher“, sagt Einsatzleiterin Bogner, die von Anfang an dabei war und aus ihrem ersten Jahr einiges zu berichten weiß. Wer sich heute daneben benimmt, wird verwarnt und schließlich „hinausbegleitet“, was natürlich Wirkung zeigt auf die anderen, die ein bisschen zu tief ins Glas geschaut haben und ebenfalls versucht sind, über die Stränge zu schlagen.
Vielleicht hat sie, wie sie selbstironisch überlegt, als „alte, weiße Frau“ gewisse Vorteile. Wenn sie den Arm um einen testosterongeplagten jungen Festbesucher legt und ihm rät, zwischendurch mal eine Cola zu trinken, lacht der in der Regel. Ihre Aufgabe sieht sie zudem in der Sicherheit und in der Dienstleistung – wenn sich Gäste nicht zurechtfinden, aber auch generell im Ansatz, den Menschen mit Respekt und Anstand zu begegnen.
„Wir sind alle gern dabei“, sagt sie, „das ist ein echt schöner Event“; von Freitag bis Dienstag in der Halle zu schlafen, sei heftig, verbinde aber auch. Sie selbst wird immer wieder gezielt gesucht und umarmt, von Betreibern und Besuchern. „Da hängt schon Herzblut dran“, sagt sie, und dass es nicht nur ihr so geht. Viele ihrer Mitarbeiter sind seit Jahren dabei; im Klinikum Crailsheim etwa ist jedes Jahr Enzo Frangipani eingesetzt, um für Ruhe und Sicherheit zu sorgen, wenn dort Betrunkene oder Verletzte eingeliefert werden.

Eine Berufung

Die gelernte Bankkauffrau und Rechtsfachwirtin, die über Umwege zum Sicherheitsdienst gekommen ist und sich nichts anderes mehr vorstellen kann, findet, dass sie einen richtig guten  Job hat: „Gemeinsam mit ganz vielen Menschen, mit Schaustellern, Festwirten, THW, Polizei und Rotem Kreuz dafür sorgen, dass viele tausend Besucher ein schönes Fest feiern.“

Das könnte dich auch interessieren: