Es kribbelt ihm in den Fingern, doch an Volks- oder Frühlingsfeste ist derzeit nicht zu denken: Schausteller Manfred Schinkel aus Fichtenau beschreibt seine Situation aktuell als ziemlich schwierig. „Im April ist normalerweise die Zeit, in der wir unsere Fahrzeuge TÜV-fertig machen, bevor wir am 1. Mai den ersten Festplatz besuchen. Das fällt dieses Jahr wegen Corona weg“, berichtet Schinkel, der vor allem mit seinem Fahrgeschäft „Polyp“ bekannt ist. Viele der Volksfeste, die der Schausteller besucht, wurden bereits abgesagt. „Andere Veranstalter lassen sich noch Zeit bis Ostern, bis die Lage neu bewertet wird“, erklärt er.
Derzeit lebt Manfred Schinkel von seinen Rücklagen. Auch staatliche Hilfe hat er beantragt. Doch ob und wie viel er bekommt, sei ungewiss. „Auch wenn wir derzeit nicht unterwegs sein können, müssen wir trotzdem in unsere Fahrgeschäfte investieren. Wir müssen schließlich Normen erfüllen und benötigen dafür neue, sicherheitsrelevante Bauteile“, sagt Schinkel.
Manche seiner Kollegen, die keine Rücklagen haben oder vor großen Investitionen stehen, könne die Corona-Krise in existenzielle Nöte bringen. „Es ist durchaus möglich, dass einige Insolvenz anmelden müssen“, erläutert der Fichtenauer. Hinzu komme die ungewisse wirtschaftliche Zukunft. „Für uns Schausteller ist es auch wichtig, dass es nach der Krise keine großen wirtschaftlichen Einschnitte in der Bevölkerung gibt. Wer weniger Lohn bekommt oder gar arbeitslos geworden ist, kann kaum Geld auf einem Volksfest ausgeben“, erklärt Schinkel.
Für das Crailsheimer Volksfest im September hat Manfred Schinkel noch Hoffnung. „Wir müssen abwarten, wie es weitergeht. Aber da das Volksfest erst im September stattfindet, bin ich guter Dinge“, sagt er. Aktuell nutzt Schinkel die freie Zeit, um sich Tätigkeiten zu widmen, die er schon seit vielen Jahren vor sich hergeschoben hat: „So konnte ich in den vergangenen Wochen endlich meine Werkstatt wieder richtig aufräumen.“
Wann er das nächste Mal auf einem Festplatz stehen wird, kann er aktuell noch nicht sagen. „Wir stehen aber in den Startlöchern“, resümiert er.