Die Regenüberlaufbecken in Löchgau müssen nach Auflagen der Kreisverwaltung saniert werden. In der Gemeinde rechnet man mit Kosten zwischen 423 000 Euro bei einer Minimalsanierung und 704 000 Euro bei einer Komplettsanierung.
Dafür Planer zu finden, ist nicht so einfach, wie Bürgermeister Robert Feil zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Donnerstag feststellte. Und so war es das Ingenieurbüro SAG aus Ulm, für das Kurt Reitter die Varianten vorstellte. Er untersuchte die vier Becken der Gemeinde an der Riedstraße, der Erligheimer Straße, der Bietigheimer Straße und der Besigheimer Straße, die allesamt ein ausreichendes Volumen bieten. „Die maschinentechnischen Anlagen entsprechen den Auflagen“, so der Ingenieur, die Bausubstanz sei bis auf die Besigheimer Straße gut. Die elektrotechnischen Anlagen seien allerdings nicht mehr auf dem Stand der Technik. Keines der Becken sei an eine zentrale Steuerung angeschlossen, was mit einer Serververbindung zur Besigheimer Kläranlage möglich wäre.
Eine Minimalsanierung, für die sich die Mehrheit der Ratsmitglieder aussprach, umfasst die elektrotechnische Erneuerung aller Anlagen sowie eine Erneuerung der Stauklappen und Wassermengenmessung. Eine Teilsanierung umfasst darüber hinaus die Erneuerung der aktuell noch existierenden Pumpen und Rührwerke. Die Komplettsanierung beinhaltet zudem die Sanierung aller vier Becken sowie die Erneuerung der Elektro-, Maschinen- und Verfahrenstechnik.
Auch um die Wasserpreise nicht stark in die Höhe steigen zu lassen, plädierte Bürgermeister Robert Feil ebenfalls für die Minimalsanierung. „Was wir machen, ist vom Landratsamt vorgegeben“, so der Löchgauer Rathaus­chef.
„Don‘t stop a running system“, erinnerte Heinz Schneider (FWL) an eine alte Computerweisheit. Er sprach sich dafür aus, beim rein mechanischen Becken in der Besigheimer Straße etwas mehr zu sanieren. Nicht einverstanden waren die Räte mit dem Honorar, das bei einer Baukostenschätzung von 267 000 Euro bei 87 660 Euro lag. Birgit Griesinger (FWL) kritisierte, dass hier rund ein Drittel allein für die Planung berechnet werden sollte. Noch deutlicher wurde Wilhelm Trinkner von der CDU-Fraktion. „Für mich ist es ein Unding, ich hab’ den falschen Beruf gelernt“, so der Rat, der an übliche Architektensätze von 10 bis 15 Prozent erinnerte.
Da es sich anders als bei den üblichen Bauplanungen um eine Maßnahme im öffentlichen Interesse handelt, seien auch neue Angebote an diese Sätze gebunden, warnte Robert Feil. Pumpen und Rührwerke könne man auch ohne teure Planung austauschen lassen, wie man es bisher gemacht habe, die elektrotechnischen Anlagen seien womöglich noch 15 Jahre funktionstüchtig. Mit 11 zu 4 Stimmen sprach sich das Gremium in der anschließenden Abstimmung für eine Minimalsanierung aus. Keine Zustimmung fand das ausführende Büro: Es wurde mit 8 zu 6 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt.