Im Jubiläumsjahr des Erlebnisparks Tripsdrill, der sein 90-jähriges Bestehen feiert, gibt es erstmals bei der 19. großen Blutspendeaktion ein klimatisiertes Zelt, was für die Helfer von Roten Kreuz wie auch die Blutspender eine große Erleichterung darstellt. Spender werden wieder in großer Zahl erwartet, und womöglich kann unter diesen Bedingungen auch die Zahl von 3143 aus dem letzten Jahr gesteigert werden.
Knapp 17 Grad waren es am Montagmorgen, und es hätte die Klimatisierung nicht gebraucht, doch die Woche ist noch lang. Sonst hat es hier meist über 30 Grad, wenn die Aktion wie in diesem Jahr mit Politprominenz eröffnet wird.
„Ich freue mich über die neue Umgebung“, sagte Geschäftsführer Helmut Fischer bei der Begrüßung. Seit 2001 hätten hier über 50 000 Menschen Blut gespendet, die Tradition der Aktion bedeute inzwischen auch eine Verpflichtung für die Menschen aus der Region. „Wer weiß wie viele Menschenleben wir dadurch gerettet haben?“, so Fischer, der Tourismusminister Guido Wolf besonders begrüßte. Schon im Jahr 2014 sei er als „Wolf unter Wölfen“ hier gewesen und habe die Fütterung der Wölfe mitgemacht.
Auch MdB Eberhard Gienger war wie immer hier, diesmal ohne Fallschirmsprung, aber mit der Bereitschaft wieder Blut zu spenden. Auch Bürgermeister aus der Region wie Rolf Kieser (Brackenheim), Alexander Fleig (Freudental), Thomas Csaszar (Zaberfeld) oder Spenden-Rekordhalter Rainer Schäuffele (Erligheim) waren wieder zur Blutspende gekommen. Fischer bedankte sich auch bei den DRK-Ortsverbänden der Gegend, die hier wieder mit einem großen Aufgebot vertreten waren. „Als Minister hat man wenige Termine im Jahr, die so blutig enden“, erklärte Guido Wolf. Die Aktion sei eine der größten dieser Art in der Bundesrepublik, wofür er sich im Namen der Landesregierung bedankte. „Es gibt keine Alternative zur Blutspende. Täglich werden 15 000 Spenden bundesweit benötigt, und jetzt in der Urlaubszeit muss eine Reserve vorgehalten werden“, so Wolf. Die Aktion in der Region sei wichtig in Zeiten, in denen weit in die Ferne geflogen werde, obwohl es hier alles gebe.

20 Prozent Erstspender

Susanne Seyboth, Leiterin der Spendenabteilung des DRK, war aus Baden-Baden angereist und bedankte sich für die in Tripsdrill geschaffene große Plattform für Blutspenden. „20 Prozent Erstspender ist ein außergewöhnlich hoher Anteil“, bewertete sie  die Spendenbereitschaft der erstmaligen Teilnehmer.
Die Blutspenden seien unverzichtbar für die medizinische Versorgung, so Seyboth, und vor allem in der heißen Jahreszeit habe das DRK immer wieder Engpässe, wenn die üblichen Blutspender verreisen. Es gebe auch keine Alternative zur Spende, weil man Blut nicht künstlich herstellen könne.
Bereits zum 19. Mal findet die Aktion in Trisdrill statt, die im Jahr 2001 gestartet wurde und immer genau dann stattfindet, wenn die Urlaubszeit mit ihren Engpässen beginnt. Dann ist auch das Unfallrisiko höher als sonst, so dass gerade in dieser Zeit der Bedarf am höchsten ist. Sowohl bei der Versorgung von Unfallopfern als auch bei Operationen, Transplantationen und bei der Krebsbehandlung werden permanent Spenderblut und daraus gewonnene Blutpräparate benötigt.

Tageskarte als Dankeschön

Zum zweiten Mal war Viola Böhmer hier zur Spende, für die es eine kostenlose Tageskarte gab. Zuvor war ihr Blut geprüft worden und auch Kreislaufschwäche konnte ausgeschlossen werden. „Gute Vorbereitung ist alles“, erklärte die Frau, die es an diesem Tag dann ruhiger angehen lassen muss. Ihr Patenkind werde die Karte bekommen, so die Blutspenderin, die aus Ensingen angefahren war und als eine der ersten auf der Liege war. Gekommen war auch in diesem Jahr wieder die „Streetbunnycrew“ aus Mitgliedern des sozial engagierten Motorradvereins, die in ihren Hasenkostümen für karitative Projekte Spenden sammelten.
Spender hatten auch die Möglichkeit an sie ihre Tagespässe zu verschenken. Diese gehen in diesem Jahr an die Familienherberge Lebensweg in Illingen und an das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg.

Info Blutspenden kann man im Erlebnispark Tripsdrill noch bis 2. August von 11 bis 18 Uhr am DRK-Zelt, das diesmal ganz rechts vom Eingang an den Parkplätzen aufgebaut wurde.