Es war eine Vorsichtsmaßnahme, dass der Gottesdienst am Sonntag diesmal in der evangelischen Kirche stattfand. Doch die Sonne kam raus und begünstigte damit die Neuauflage von „Freudental lädt ein“. Die Bewirtung vom Liederkranz stand, und es gab original Thüringer Rostbratwürste vom Partnerchor in Jena, aber auch Maultaschen, die die Chormitglieder vorbereitet hatten. Zum Essen sangen auf der Bühne vor dem Rathaus später auch die Schlossspatzen und die Liedergartenkinder.
Im Rathaus selbst informierte der BUND über die Wildkatzen, über die es im Ratssaal einen Vortrag gab. Sie wurden vor 100 Jahren ausgerottet und finden nun auch langsam im Land wieder ihr Revier.
Geöffnet hatte in diesem Jahr auch wieder das Schloss. Der zweite barocke Eingang auf der Südseite ist nun wieder hergestellt und hat viel Geld gekostet. „Wir mussten auch Brandschutzauflagen des Landkreises erfüllen“, erklärte Veranstaltungsleiterin Christa Blaschke zur Maueröffnung, die nun auch als Rettungsweg im Brandfall dient.

Kaffee und Süßes

Drinnen gab es abermals „Genuss im Schloss“, aber auch auf der Terrasse. Besondere Kaffeesorten, Käsespezialitäten, Süßes von der örtlichen Zuckerbäckerei und Weine gab es zu verkosten mit Blick auf den Schlosspark. Hier stehen 610 Bäume, am auffälligsten sind die Platanen, die nach 100 Jahren nun zum ersten Mal geschnitten worden sind. Die beiden Brunnenbecken für die Wasserspiele wurden ebenfalls renoviert und erstrahlen in schönem Blau, während im Schloss ebenfalls gestrichen und renoviert worden war.
Im Grünen übte Anna Dietrich, die sonst für die VHS arbeitet, mit ihren Teilnehmern Qigong zur Stressbewältigung und Entspannung. Am Schlosseingang hatten die „Bachpaten“ ihren Stand aufgebaut, die sich für den Erhalt und die Schaffung von Lebensräumen für heimische Vogelarten einsetzen. „Wir haben im Schlosspark sieben Kästen für Fledermäuse hängen“, erklärte Dieter Römer von den 1984 gegründeten „Bachpaten“. Sie  haben sich jetzt dem Freudentaler Arbeitskreis für Energie und Nachhaltigkeit angeschlossen.
Die Bilder-Sammlung „Sonntagsmaler“, die der Stadt Bönnigheim vermacht worden war, wartet im Schloss immer noch auf ihren neuen Besitzer. „Schade, wenn man die Bilder nicht zu Gesicht kriegt“, sagte Christa Blaschke, doch offenbar findet sich in Bönnigheim nach wie vor kein Platz für die umfangreiche Sammlung. Auch Ateliers gibt es im Schloss, in denen Künstler sich eingemietet haben und malen.

Bald wird gebaut

Auf der Nordseite des Geländes soll gebaut werden, die Pläne für Wohnhäuser und eine Seniorenwohnanlage sind längst genehmigt und warten auf die Umsetzung (die BZ berichtete). Allzu lang werde es nicht mehr dauern, bis angefangen wird und Wohnraum entsteht, vermutet Blaschke
Ein kurzer Regenguss konnte die Besucher nicht abschrecken, die sich ins Schloss oder unter die Zelte zurückzogen.  Am Nachmittag wurde dann auch der Maibaum gesetzt, den die freiwillige Feuerwehr wie in jedem Jahr ans Rathaus getragen hatte.