Nur mühsam geht es voran mit der Etablierung eines Bürgerbusses in Besigheim. An Ideen mangelt es nicht, um alte und behinderte Menschen abzuholen und an zentrale Punkte der Stadt zu bringen, an der Umsetzung bisher schon. Vieles ist noch ungeklärt, worauf zuletzt die neue Quartiersmanagerin Anika Haas gegenüber der BZ deutlich machte: Dazu gehört die Frage der Versicherung, die Frage, wie ein Bürgerbus mit dem Stadtlinienverkehr abgestimmt werden muss oder wer ihn kauft und betreibt. Der Bürgerbus ist einer der Kernpunkte des Quartiersmanagements mit dem Ziel, die Menschen auch im Alter an ihrem Wohnort zu belassen.
Um einige dieser Fragen zu besprechen, führte Sabine Keller, Hauptamtsleiterin auf dem Besigheimer Rathaus, an diesem Mittwoch ein „Vorgespräch“ mit Mitarbeitern des Landratsamtes, wie sie sagte. Ebenfalls am Besprechungstisch saß Heinz Streicher für die Gruppe von Ehrenamtlichen, die mit dem Projekt Bürgerbus befasst ist. Hauptthema war die mögliche Strecke, die der Bus durch die Stadt nehmen sollte. Denn eine Konkurrenz mit dem Stadtlinienverkehr, der von der Stadt mitfinanziert wird, soll tunlichst vermieden werden, erkärte die Hauptamtsleiterin.
Der Projektgruppe schwebt vor, Wohnstraßen zu bedienen, die vom Stadtlinienverkehr umfahren werden, beispielsweise in der Froschbergsiedlung, die Magdalenenstraße oder auch den Sachsenheimer Weg, in der Wartturmsiedlung und im Husarenhof. Heinz Streicher könnte sich vorstellen, zwei Mal wöchentlich eine Runde vom Bahnhof aus zum Schäuber und dann zu den Einkaufsmöglichkeiten und zweimal wöchentlich eine Runde über den Bülzen hoch zur Wartturmsiedlung zu drehen, sagte er im Gespräch mit der BZ. Auf diesen Vorschlag, der im Landratsamt jetzt überprüft wird, kam die Projektgruppe nach der Auswertung von etwa 200 Fragebögen, die in der Stadt verschickt worden waren.
Vieles steckt noch „in den Kinderschuhen“, räumte Streicher ein, obwohl schon Bettina Ongerth, die Vorgängerin von Anika Haas als Quartiersmanagerin, den Bürgerbus ins Gespräch gebracht hatte. Streicher und seinen schwebt vor, einen Bürgerverein zu gründen, der für den Bürgerbus verantwortlich zeichnet. Möglich wäre auch eine Organisation unter dem Dach der Stadt. Die praktische Arbeit jedenfalls müsse im Ehrenamt geleistet werden, stellte er fest. Das betrifft vor allem das Personal an Fahrern, das noch gefunden werden muss.

Wie ein Bürgerbus funktionieren kann

Tamm gehört zu den Gemeinden im Landkreis, in denen es bereits einen Bürgerbus gibt. Fünf ehrenamtliche Fahrer, allesamt im Ruhestand, wechseln sich ab und bringen ältere und behinderte Menschen mit dem Fahrzeug, in dem bis zu sieben Personen Platz finden, zum Einkaufen, zum Friedhof, zu kulturellen Veranstaltungen oder zu Arztbesuchen. Für den Unterhalt des Busses kommt die Gemeinde auf. Für die Senioren ist das Angebot kostenlos. Koordiniert werden die Fahrten von der Rathaussekretärin. Ursprünglich wollte die Gemeinde den Bus selbst kaufen. Doch sie hatte Glück, Ein Tammer war von der Idee so begeistert, dass er den Bus gespendet hat. sol