Wie man sich bettet, so liegt man. Die Stadtverwaltung hat sich mit dem Alleingang in Sachen Bettensteuer keinen Gefallen getan. Um den Tourismus in Albstadt zu stärken, braucht es ein gemeinsames Vorgehen der Akteure. Die Tendenz im Tourismus ist ja eher sogar so, dass sich ganze Regionen zusammentun und die Stärken der einzelnen Städte bündeln. Die Gäste auf Attraktionen in allen Bereichen hinweisen. Dass sich in Albstadt Stadt und Hoteliers nicht einig sind, ist kontraproduktiv, auch als Signal nach außen.
Der Kompromiss ist so naheliegend, dass es unverständlich erscheint, warum sich Stadt und Hoteliers nicht zu Gesprächen getroffen haben. Die Hoteliers, allen voran Selina Taut vom Gasthof Linde in Ebingen und Michael Jäckel vom Berghotel „Zollersteighof“ in Onstmettingen, sind kompromissbereit. Das betonen beide in sachlichem, ruhigen Ton. Ob dieser Ton ebenso ruhig bleibt, nachdem Oberbürgermeister Klaus Konzelmann auf Anfrage unserer Zeitung einen Kompromiss ausschließt? Das darf bezweifelt werden. Die Folge wäre, dass sich die Akteure im Albstädter Tourismus voneinander distanzieren. Während sich ab dem Wochenende auf der CMT in Stuttgart Tourismus-Gemeinschaften und Regionen vernetzen, brodelt es in Albstadt.

Businessgäste schließen eine wichtige Lücke

Dabei argumentiert Michael Jäckel logisch. Während Freizeittouristen am Wochenende die Zimmer des Hotels füllen, blieben diese ohne Geschäftsreisende unter der Woche leer. „Die Businessgäste schließen hier also eine wichtige Lücke.“ Zumal sich jeder das Verhältnis leicht ausrechnen kann: Von sieben Tagen in der Woche generieren die Hotels an zwei Tagen Einnahmen über Touris, an fünf über Geschäftsleute. Dieses Verhältnis darf nicht unterschätzt werden.

Wurden die Gemeinderäte falsch informiert?

Auch in einem anderen Punkt scheint es Unklarheiten zu geben. Wurde der Gemeinderat falsch informiert? Laut den Hoteliers hätte die Stadtverwaltung dem Gremium mitgeteilt, dass die Hotelbetreiber in die Entscheidung über die Bettensteuer involviert gewesen seien. Das hätten sie so von Gemeinderäten erfahren. Diese seien dann wiederum überrascht gewesen, dass die Meinung der Hoteliers doch nicht abgefragt wurde.
Die Stimmung zwischen Stadtverwaltung und Beherbergungsbetrieben scheint angespannt wie ein Spannbetttuch. Ein runder Tisch, ein Treffen ist aktuell scheinbar nicht eingeplant. Das sollte es aber dringend geben. Nicht einmal nur um den Gemeinderatsbeschluss eventuell doch zu kippen, sondern damit das Laken nicht völlig reißt.