Die Risse in den Rippenbetondecken sind nicht zu übersehen. „Die Mängel sind gravierend. Wir müssen handeln“, betonte Baubürgermeister Udo Hollauer am Donnerstagabend im Albstädter Gemeinderat. Zudem fehlt in der Kirchgrabenschule in Ebingen ein zweiter Fluchtweg, das gesamte Brandschutzkonzept muss überarbeitet werden. Und wenn man ohnehin schon dabei ist, werden die Toiletten im gesamten Gebäude erneuert und die Gasheizung durch eine Luftwärmepumpe ersetzt – 8,6 Millionen Euro muss die Stadt in die umfangreiche Sanierung investieren. „Die Sünden der Vergangenheit holen uns ein“, sagte Oberbürgermeister Klaus Konzelmann. „Hätten wir das bei der ersten Sanierung gewusst, wäre es besser gewesen. Aber nun ist es eben eine dringende Notwendigkeit.“

Streit um den Eingangsbereich

Dem stimmten die Fraktionen des Gemeinderats zu, doch es entspann sich eine Diskussion über den Eingangsbereich der Grundschule. Das „Mäuseloch“, wie das nicht wirklich schicke Portal bezeichnet wird, sei unpraktikabel, schlecht für die Außenwirkung und stelle für manche Kinder sogar einen Angstraum dar. So formulierte es Grundschulrektorin Cornelia Wolf in einem Schreiben an die Stadtverwaltung und das Gremium. „Wir wären von pädagogischer Seite her sehr glücklich, wenn dieser Angstraum zurückgebaut werden könnte und unseren Kindern samt ihren Eltern ein freundlicherer Zugang zu unserem Schulgebäude ermöglicht werden würde.“
Die Aufwertung des Schuleingangs kostet etwa 220 000 Euro. Angesichts der Gesamtausgaben ein kleiner Anteil, doch „wir müssen angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung genau prüfen, was zwingend notwendig und was ‚lediglich‘ wünschenswert ist“, sagt Roland Tralmer. Der künftige Oberbürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzende beantragte mit seiner Fraktion daher, die Reaktivierung des alten Eingangs im Erdgeschoss aus der Sanierung zu streichen. „Jeder Euro, der hier ausgegeben wird, fehlt uns für notwendigere Ausgaben.“
Andere Fraktionen zeigten durchaus Verständnis für den Antrag der Christdemokraten. Beispielsweise Martin Frohme von der SPD. Man würdige die Überlegungen der CDU, doch letztlich überwiegen die Nachteile. „Das Schreiben von Frau Wolf hat uns überzeugt. Da es sich um Angsträume für Kinder handelt, ist es ein unmöglicher Zustand.“

Lieber Toiletten sanieren

An diesen Angstzuständen zweifelte Thilo Fritzenschaf. Der WSA-Gemeinderat sieht dringlichere Probleme: „Es gibt Schülerinnen und Schüler, die trinken nichts, weil sie in der Schule nicht auf die Toiletten wollen. Das Geld für diesen Eingang könnten wir anders einsetzen.“ Wiederum anderer Meinung waren die Grünen, für die Markus Ringle und Friedrich Rau sprachen. Das Geld für den Eingangsbereich entspreche lediglich 2,5 Prozent der Gesamtinvestitionen (Ringle), zudem habe Architektur immer eine soziale Funktion (Rau).
Das Gremium lehnte den Antrag der CDU, auf den Umbau des Eingangs zu verzichten, mehrheitlich ab und folgte dem Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung. Diese sieht auch vor, vorerst auf eine PV-Anlage auf dem Schuldach zu verzichten (siehe Info-Kasten).

PV-Anlage aufs Schuldach? Lohnt sich kaum

Im Rahmen der Deckensanierung im Erdgeschoss der Kirchgrabenschule in Ebingen prüfte die Verwaltung auf Wunsch des Gemeinderats, ob eine Fotovoltaikanlage auf dem Schuldach Sinn ergeben würde. Das Ergebnis: Das Dach ist eigentlich zu schräg für eine optimale Lage, die Kosten für die PV-Anlage würden sich erst nach 17 Jahren amortisieren. Üblich sind etwa zehn Jahre. „Außerdem müssen wir das Dach ohnehin in fünf bis zehn Jahren sanieren“, erklärte Baubürgermeister Udo Hollauer. Eine PV-Anlage zu installieren, ergebe folglich, wenn überhaupt, nur dann Sinn, die Arbeiten mit der Sanierung zu kombinieren und nicht doppelt zu zahlen.
Der Gemeinderat stimmte zu, den Sinn einer PV-Anlage an der Grundschule weiter zu prüfen. Ebenso soll die Stadt prüfen, ob eine PV-Anlage auf der nebenstehenden Turnhalle Strom für die Wärmepumpe in der Schule produzieren könnte.