Es ist eine spannende Zeit für Kinder. Nach Jahren im Kindergarten steht der erste große Wechsel an – die Schulzeit beginnt. Die meisten Mädchen und Jungen freuen sich darauf, doch mit einher geht auch immer Nervosität. Was erwartet das Kind in der Schule? Welche Lehrer unterrichten dort, auf welche älteren Mitschüler trifft man? Diese Nervosität nimmt die Kindertagesstätte „Schalksburg“ in Burgfelden den Kindern, in dem die Vorschulkinder bereits ein Jahr vor dem Wechsel engen Kontakt zur Schule aufnehmen. „Sie lernen die Schule, die Lehrer und die Abläufe kennen – sie gehören praktisch schon ein Jahr vorher zum Schulalltag dazu“, sagte Petra Götz.

Ganzheitliche Betreuung für Drei- bis Zehnjährige

Die Leiterin der städtischen Kita im kleinsten und höchstgelegenen Stadtteil Albstadts berichtete im Ausschuss für Soziales, Kultur, Schule und Sport über diese Besonderheit der Einrichtung. Denn die Kita „Schalksburg“ ist ein Bildungshaus: Gemeinsam mit der Langenwand-Eyachquellgrundschule in Pfeffingen und dem evangelischen Kindergarten an der Eyach Pfeffingen kümmert sich die Kita in einem Zusammenschluss um eine ganzheitliche Betreuung der Drei- bis Zehnjährigen. „Die Schüler der zweiten Klassen übernehmen Patenschaften für die Vorschulkinder, und die der dritten und vierten Klassen besuchen unsere Kita als Lesepaten.“

Naturnah und Umgebung von Wald und Wiesen

Diese Kooperation ist jedoch nur ein Aspekt, warum „die Welt in kleinen Ortschaften doch noch heiler ist als in großen Städten“, wie später Roland Tralmer (CDU) anmerkte. Besonders die Nähe zur Natur ist ein großes Plus der Kinderbetreuung in Burgfelden. „Wir sind umgeben von Wald und Wiesen“, sagte Petra Götz. In fünf Minuten seien die Kinder im Wald, können Lager bauen und die Natur erkunden – immer mit dabei ist das Bestimmungsbuch. Und jeden Morgen gucken die Mädchen und Jungen nach Billy und Bina, die beiden Pferde der angrenzenden Koppel.
Wenn überhaupt etwas fehle, wäre das: „Ein richtiger Schlittenbuckel“, sagte Götz mit einem Lächeln Richtung Klaus Konzelmann. Doch der Oberbürgermeister konterte, ebenfalls mit einem Grinsen: „Wenn Sie einen Schlittenbuckel hätten, läge Burgfelden ja noch höher.“
Weil Petra Götz zudem auf ein verlässliches Team setzen kann – im Gegensatz zu vielen anderen Einrichtungen, denen Fachkräfte fehlen – wird in der „Schalksburg“ auch die Sprachförderung konsequent umgesetzt. Hier stimmt der Anspruch einer pädagogischen Betreuung. „Die Kinder merken gar nicht, dass wir Übungen mit ihnen machen, weil wir diese spielerisch umsetzen“, erklärte die Kita-Leiterin dem Gremium.

Eltern nehmen Anfahrt in Kauf

Von den 23 betreuten Kindern im Alter von zwei Jahren bis ins Vorschulalter kommen sieben aus Burgfelden, drei aus Ebingen, zwei aus Pfeffingen und jeweils eins aus Margrethausen und Tailfingen. Bei diesem naturnahen und ganzheitlichen Angebot wundert es nicht, „dass Eltern längere Anfahrtszeiten in Kauf nehmen, um ihre Kinder in der ,Schalksburg‘ betreuen zu lassen“, lobte Oberbürgermeister Klaus Konzelmann die Arbeit des Teams um Götz. „Da kann sich jeder Elternteil glücklich schätzen, der sein Kind dort unterbringt.“

Erzieherinnen pflegen engen Austausch mit Eltern

Neben der Naturverbundenheit – die Kindertagesstätte „Schalksburg“ unternimmt alle Ausflüge per ÖPNV – legt die Kindertagesstätte in Burgfelden viel Wert auf einen engen Austausch mit den Eltern der Kinder. „Das Verhältnis zwischen uns Erzieherinnen und den Eltern ist von Vertrauen und Offenheit geprägt“, betonte Kita-Leiterin Petra Götz am Donnerstagabend im Schulausschuss.
Eine positive Nachricht gab es zum Abschluss noch vom Ersten Bürgermeister Udo Hollauer: Dem Wunsch, Fassade und Räume der Kita zu streichen, komme die Verwaltung noch in diesem Frühjahr nach.